Neue Platten

Testament Of House, The Third Prophecy - (V. A.)

Genre: House
Label:Ministry Of Sound (edel)
DoCD - 28.10.2005

Die House-Fraktion gibt nicht auf. Wenn’s ums Fahrwerk-Schwingen und Ass-Shaken geht, kennen die Club-DJs kein Pardon. Nachschub muß her, am besten am laufenden Meter, denn solches ist in dieser Branche ganz besonders notwendig weil existenzsichernd, gleichzeitig aber auch von so kurzer Halbwertzeit, daß der Schnee von morgen schon wieder der von gestern ist. Fließbandware verleidet einem dabei recht of die Lust am Grooven, König Einfallslos regiert oftmals mehr, als einem da lieb sein kann. Da freut man sich doch, wenn Kenner wie die Knee Deep Posse mal wieder aktiv werden und endlich das 3. Testament mit 26 neuen „enlightening tracks” auflegen.
Erstaunt wird man beim Einlegen des ersten Teils gleich feststellen, daß die von so vielen zu unrecht verschmähte „Weltmusik” über kleine Umwege sich nun doch bei den Housianern fest etabliert zu haben scheint. AfroBeat und House sind ja im Grunde fast schon artverwand, und so geht’s mit afrikanischen Unterton gleich in die Vollen, später gesellt sich dann auch noch Mrs. Wunmi, der westafrikanische Wirbelwind dazu, in enger Zusammenarbeit mit Trüby’s Rainer. Ähnliche Floorqualitäten sagen viele ja auch den quirligen Soukous-Rhythmen nach und siehe da, bei Volker Meitz im SUMO-Mix wird auch diese Vermutung voll bestätigt. House mit HipHop ist dagegen die etwas derbere Schiene, funktioniert hier aber ebenso prächtig. Satte Beispiele finden sich zuhauf. Und weil House als internationales Phänomen eben auch vor Südamerika nicht Halt macht, dürfen Latino-und Bossa-Anleihen natürlich auch nicht fehlen. Sogar ein kolumbianisches Trommel-Kartell klöppelt was das Zeug hält und sorgt für heftige Ausschläge auf dem house’schen Geigerzähler.
Klar, der Jazz. Der hat gerade noch gefehlt. Das Knee Deep Kolletiv hat in ihrem Weitblick auch an diese Rubrik gedacht und feuert im zweiten testamentarischen Teil fette Breitseiten in Richtung Tanzfläche. Und was geht in Sachen Soul? Viel natürlich. Bei House’ens unterm Sofa ist man schon immer gut sortiert gewesen und entsprechend pumpend und black wird die Hütte gerockt. Endlich also mal wieder Positives aus dem Housemannsladen. Dank Knee Deep, die wie immer knietief im aktuellen Geschehen stecken.

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