Neue Platten

Rokia Traoré - Beautiful Africa

Genre: Westafrika
Label: Outhere (Indigo)
CD, VÖ: - 08.04.2013

Ihre scheinbare kulturelle Zerrissenheit ist ihre Trumpfkarte. Rokia Traoré bewegt sich zwischen den Musikstilen Afrikas und der westlichen Welt mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Auch ihr 2013-Album „Beautiful Africa” kann davon neun neue Lieder singen. Einerseits ist da die große Liedtradition Malis, die sie immer wieder gesanglich, aber auch instrumentell zum Ausdruck bringt. Die dort üblichen Gesangs­muster sind ihr genauso in Fleisch und Blut übergegangen, wie der immer wieder zu beobachtende Einsatz von so wichtigen Instrumenten wie die N’Goni*, dem Handwerkszeug der westafrikanischen Mandingos. Aber auch ihre Muttersprache Bambara setzt klare Akzente.
Dagegen stehen viele Strukturen aus westlicher Popmusik, speziell dem Rock ’n’ Roll, auf den Rokia Traoré immer wieder verweist. Rockrythmen und afrikanische Beats gehen auf diese Weise ungewohnte Symbiosen ein, die andererseits aber auch knisternde Spannung erzeugen - der quirlige Song „Sikey” ist da geradezu ein Musterbeispiel. Aber auch bei Balladen versteht es die Afrikanerin, tief unter die Haut zu gehen, wenn sie beispielsweise das Stück „Mélancolie” anstimmt, das mit seinem verschleppten Rhythmus und der schwermütigen Message in Frankreich bereits zu einem Radiohit wurde.
Das Album wurde produziert von John Parish, der bereits den Sound für Tracy Chapman oder PJ Harvey in Szene gesetzt hat. „Beautiful Africa” ist zweifelsohne ein weiteres Highlight in der Diskografie von Rokia Traoré.

*Eine drei- bis viersaitige gezupfte Langhalslaute

www.rokiatraore.net

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