Neue Platten

Ofrin - The Bringer

Genre: IndiePop
Label: Kreismusik (Soulfood)
CD, VÖ: - 12.04.2013

So viel Multinationalität in einer Person hat man wirklich selten: Die Sängerin Ofri Brin ist halb Polin, ein Viertel Deutsche, ein Viertel Tunesierin und geboren wurde sie in Israel, lebt jetzt aber in Berlin. Diese Vita prägt und hat im Falle von Ofrin, so ihr Künstlername, Musik zur Folge, die symbiotischer und geheimnisvoller kaum sein kann. Keinesfalls darf man aber auf „The Bringer” ein Kuddelmuddel aus Nahost- oder Mahgreb-Klischées erwarten. Dieses, übrigens ihr drittes Album, gehört eindeutig in die IndiePop-Schachtel, denn zusammen mit einem Stall voll Kollegen hat sie eine beindruckende Mischung aus Elektro, Clubbeats, Chillsofa und TripHop auf die Beine gestellt. Und da lassen dann auch gewisse Assoziationen nicht lange auf sich warten. Mal fühlt man sich an Kate Bush erinnert, mal an Alison Goldfrapp oder an Morcheeba. Trotzdem, ist ja klar, klingt Ofri eindeutig nach Ofrin, d.h. hier ist etwas Eigenständiges entstanden, das dank seiner Vielseitigkeit und den gut versteckten unterschiedlichen kuturellen Einflüssen einen ganz eigenen Stallgeruch entwickelt. Ofrin versteht es, die unterschiedlichsten Stimmungen zu erzeugen, die auch durch die Musiker (inklusive eines Frauen- und Männerchors) optimal untermauert werden. Hypnotisierend, schwermütig, zerbrechlich aber auch aufgekratzt singt sie sich von Geschichte zu Geschichte und die Spielzeit von doch immerhin einer guten Stunde vergeht wie im Fluge. Ofrin Brin hat auf diesem Album mit dem englischen Produzenten und Keyboarder Eddie Stevens kooperiert, der schon für Moloko, Róisín Murphy und Zero 7 gearbeitet hatte. Und diese Profi-Arbeit merkt man dem Album auch deutlich an. Top!

www.ofrin.com