Neue Platten

Nilson Matta - Black Orpheus

Genre: Jazz
Label: Motéma (Membran)
CD, VÖ: - 12.04.2013

Mit dieser Aufnahme hat sich der brasilianische Bassist Nilson Matta einen lang gehegten Wunsch erfüllt, wie es vielleicht in ähnlicher Weise ein gut betuchter Frührentner machen würde: einen Jugendtraum wahr werden lassen und sich einen Porsche 911 oder eine Harley zulegen. Das Sportgerät von Matta ist in diesem Fall allerdings ein nationales brasilianisches Kulturerbe von besonderem Rang und nennt sich „Orfeu Negro“ bzw. „Orfeu da Conceiçaõ - das eine ein zum Kult gewordener Kinostreifen von 1959, das andere der dazugehörige Theater­klassiker. Schon zu vorpubertären Zeiten hatte Matta die Filmmusik quasi als Grundnahrungsmittel von seinem Vater vorgesetzt bekommen und die hat sich seither als ein fester Bestandteil seiner Sozialisation im Arbeitsgedächtnis eingebrannt. Kein Wunder, sind doch Songs wie „Samba de Orfeu”, „O Nosso Amor” oder „Manhã de Carnaval” aus der Feder von Luis Bonfá, Tom Jobim oder Vinicius de Moraes unsterblich schöne Klassiker, die vermutlich auch noch den Inhalt von Gorlebener Salzstock überdauern werden.
Um diesem Weltkulturerbe noch einmal eine persönliche Hommage angedeihen zu lassen, hat Nilson Matta den Orfeu-Zyklus also in seiner ganz eigenen Interpre­ta­tion wiederauferstehen lassen. Und das mit sehr prominenter Unterstützung. Es halfen mit: Randy Brecker (Trompete), Kenny Barron (Piano), Anat Cohen (Klarinette), Gretchen Parlato und Leny Andrade (Gesang) und Anne Drummond (Flöte) - um nur einige zu nennen. Das gut einstündige Œvre ist, ohne zu übertreiben, zu einer imposanten Liebeserklärung an Jazz und Samba geworden ganz im Sinne brasilianischer Leichtig- und Fluffigkeit, virtuos in den vielen Soli und perfekt in den Arrangements.

www.nilsonmatta.com