Neue Platten

Salif Keita - Talé

Genre: Afrika
Label: Wrasse Records (Harmonia Mundi)
CD, VÖ: - 19.04.2013

Fast kann man das Raunen in der Weltmusikgemeinde hören, wenn von einem neuen Salif-Keita-Album die Rede ist. Neues vom geheimnisumwitterten Albino-Griot aus Mali sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Aber Vorsicht: selbst ein Musiker wie er kocht auch nur mit Wasser. Vielleicht mit etwas gehaltvollerem Mineralwasser, aber eben doch mit Wasser. Mit anderen Worten: Keitas Gesangsstil hat sich im Grunde genommen nie wirklich verändert. Die Art seiner Phrasierung ist stets die gleiche, der Klang seiner Stimme unverkennabr. Lediglich das Drumherum wird allenthalben neu modifiziert. Und so schleicht sich auch bei „Talé” ein leichter Beigeschmack ein, der einem vielleicht etwas ungünstig auf der Zunge liegt. Bei genauerem Hinhören stellt man nämlich fest, dass viele Songs wie mit einer Luftpumpe aufgeblasen wirken. Eine Trimmung hin zum Konsens-Pop. Das liegt zum einen an den Gaststars, die Keita sich ins Studio geholt hat. Roots Manuva steht für kernigen HipHop, Bobby McFerrin für stimmliche Feinakrobatik gesetzten Alters und Esperanza Spalding für grammygeschwängerten HipJazz. Zum anderen liegt es aber auch der Produktion, für die diesmal Mr. Gotan Project, Philippe Cohen Solal, zuständig war. Elektronischer Schnickschnack läßt grüßen. Alles nur vom Feinsten also, Salif Keita auf dem Diva-Trip. Für die afrikanischen Roots bleibt da nur wenig übrig. Vielleicht der CD-Opener „Da“ oder auch der Track „Yalla”. Ansonsten geht viel in Richtung „Global Disco”, ganz nach dem von Keita ausgegebenen Motto: „Ich will, dass es tanzt”. Na ja, vielleicht wurde da des Guten etwas zu viel getan. Absoluter Tiefpunkt des Albums: Der Auftritt von Keitas Tochter Natty mit ihrem kitschigen und nur schwer zu ertragenden „je t’aime papa, je t’aime maman” im albernen Hüpfburg-Beat. Aber wie bereits gesagt: man sollte das Album nicht überbewerten, nur weil es von Salif Keita ist.

www.salifkeita.net

anno 2006:
M’Bemba