Neue Platten

Frederik Köster Quartett - Die Verwandlung

Genre: Jazz
Label: Traumton Records (Indigo)
CD, VÖ: - 26.04.2013

Deutlicher als mit dem Albumtitel „Die Verwandlung” kann man wohl kaum eine künstlerische Reorganisation anzeigen. Frederik Köster, Trompeter vor dem Herrn aus Köln, hat einen Neustart vollzogen. Neue Band, neuer Sound, neue Philosophie. Ziemlich viel auf einmal, aber aus seiner Sicht wohl notwendig. Der Wind weht nun nicht mehr wie bisher aus Richtung „Rock meets Jazz“, sondern aus „Jazz goes Jazz“, was auch an den „Thanks for external inspirations” im Booklet nachzulesen ist. Da werden u. a. nicht nur das Wayne Shorter Quartet oder Kenny Wheeler als Impuls­geber angeführt, sondern auch Schriftsteller wie John Irving, Frank Kafka oder Allan Ginsberg.
Frederik Köster hat sich jetzt also im klassischen Modern Jazz häuslich niedergelassen und schöpft die neu gewonnene Freiheit weidlich aus. Mit nur noch drei Begleitern an Piano (Sebastian Sternal), Bass (Joscha Oetz) und Drums (Jonas Burgwinkel) ist er nun die unumstößliche Nummer eins, ein Vortrompeter sozusagen, der allerdings kein rüder Diktator sein will. „Jazz as Jazz can” heißt die ausgegebene Devise und alle vier knien sich tief in die verschiedenen Kreativmöglichkeiten des Ausdrucks hinein, die die intellektuelle Klangmaschinerie des Jazz zulässt. Ein Song wie „Das Streben nach Erleuchtung” ist dabei weniger eine esoterische Selbst­erfahrung, sondern das erfolgreiche Ablegen einer improvisatorischen Vielseitigkeits­prüfung, und ein „Gleitflug” gerät zu einem klaren Statement in Sachen „Ich kann auch Miles Davis”. Quasi als Zugabe bauen Köster und Mannen zur Abwechslung mal einen Song um einen Prosatext, nicht, wie sonst meist üblich, in umgekehrter Reihenfolge. Tobias Christl singt Allen Ginsberg. Auch nicht schlecht. Hat sich die Metamorphose Kösters also gelohnt? Wir meinen: ja - unbedingt.

www.frederikkoester.de

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