Neue Platten

Kerbside Collection - Mind The Curb

Genre: FunkJazz
Label: Légère Recordings (Broken Silence)
CD, VÖ: - 24.05.2013

Zumindest aus unserer geographischen Sicht liegt Australien ziemlich weit hinterm Mond. Und wenn dann eine Band von dort nicht mal aus dem hippen Sydney kommt, sondern aus dem eher verpennten Brisbane, dann muss es schon einen sehr guten Grund geben, warum man von der „Kerbside Collection” in hohen Tönen sprechen soll. Tun wir also der Band mal diese Ehre an und lobpreisen ihr Album „Mind the Curb” nach bestem Wissen und Gewissen.
Die vier Jungs haben sich dem Rare Groove verschrieben und machen eine sehr relaxte Instrumentalmusik ganz im Stil der amerikanischen Jazz- und Funkkombos der 60er und 70er Jahre. Das geniale daran ist: der Sound hört sich zwar an, als wäre er tatsächlich vor 30, 40 Jahren auf Tonträger gebannt worden, ist aber in Wahrheit dem fast schon musealen Vintage-Equipment und einer tippitoppi-volldigitalen Studiotechnik, sowie einer „in-one-go-session” zu verdanken. Mit anderen Worten: Alter Schlauch gefüllt mit neuem Wein. Und der stammt bei fast allen Tracks aus der hauseigenen Kellerei, sprich vom Gitarristen Ravi Welsh, dem Drummer Jason Bell, dem Keyboarder Chris Poulsen und dem Bassisten Jeremy O’Connor. Trotzdem konnte es sich das Quartet nicht verkneifen, ein paar alte Meister zu covern. John Coltrane, Dizzy Gillespie und George Benson starten beispielweise ganz neu und unverbraucht durch, dank einer zeitgemäßen und vor allem sehr authentischen Überarbeitung durch die vier Aussies von Downunder. Und auch dem Reggae-Orgler Jackie Mittoo wird ein überraschend sportliches Denkmal gesetzt. „Red Stripe” wippt sehr uptempomäßig über den imaginären Dancefloor. Zum Schluss noch zwei hervorragend-fette Remixe aus der vorangegangenen Set-Liste und schon kann man eine ganze Fussballhalbzeit lang feinsten Funkjazz aus der Retroschublade genießen. Sehr weit vorne!

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