Neue Platten

Magic Malik - Short Cuts

Genre: Jazz
Label: Bee Jazz (Edel Kultur)
CD, VÖ: - 31.05.2013

Die Querflöte. Im Jazz eher selten anzutreffen, vermutlich aus gutem Grund, doch dazu später. Der Franzose Malik Mezzadri spielt solch ein Instrument und das schon seit Ende der 80er Jahre. Zunächst in verschiedenen Pariser Formationen, ab 2001 dann unter seinem eigenen Namen. Seine aktuellen „Short Cuts” hat er mit drei weiteren Kollegen eingespielt, sie ergänzen Mezzadri an Keyboard, Bass und Schlagzeug. Sein Künstlername „Magic Malik” soll wohl dezent auf die Sanftheit seines Lieblingsinstruments hinweisen, das er, zugegeben, in recht kreativer Weise spielt. Um die Sache aber nicht zu sehr ins Schönfärberische abgleiten zu lassen, hat sich Magic Malik ein paar Kunstgriffe einfallen lassen, die dem Ganzen eine smarte Kontrastnote verleihen sollen. Und schon ist das Kind in den Brunnen gefallen. Denn bereits bei Track Nummer 3 ist es aus mit der Harmonie, statt dessen hat das Quartet seltsame Geräusche eingebaut, die man bestenfalls aus der Spielhalle um die Ecke kennt, wenn man sich da überhaupt hineintraut. Und als wäre das nicht schon grausam genug, werden die Implantate auch noch derart überhöht eingesetzt, dass einem das kalte Grausen kommt und man sich fragt, ob der Mann an den Studioreglern einen Gehörschaden gehabt hat. An anderer Stelle wird einem Stück ein seltsamer Soundteppich unterlegt, der an ein defektes Computerlaufwerk erinnert und man sich allen Ernstes erst mal fragt, ob nicht vielleicht das eigene Abspielgerät plötzlich eine Macke abbekommen hat. Der Rest des Albums eine Mischung aus mildem Softjazz und semi-experimentellen Flötentönen. Die Verwendung dieses Instruments in der Welt des Jazz scheint in der Tat einigermaßen problematisch zu sein. Die „Short Cuts” von Magic Malik sind jedenfalls ein gehöriger Abtörner.

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