Neue Platten

Sorrow - Dreamstone

Genre: Elektro
Label: Monotreme (Cargo)
CD, VÖ: - 03.06.2013

Gelegentlich zieht man ja aus sentimentaler Wehmut und in verklärter Gedankenlage an die Vergangenheit das eine oder andere Drum ’n’ Bass-Album aus dem Regal und ist dann ganz seltsam berührt, wie schnell doch der Hype von damals verflogen ist. Und dann kommt einer wie der Brite mit dem traurigen Pseudonym „Sorrow” daher und präsentiert auf elf Tracks die Fortsetzung dessen, was man zuvor schon unter „altem Eisen” abgelegt hatte. Einzelkämpfer Sorrow hat da vermutlich in nächtelangen Sessions das Album „Dreamstone” zusammengesteckt, das aus den Einzelteilen Electro, Ambient, Dubstep und Chillout besteht und schwer an die Zeit Mitte der 90er erinnert. Genau die Mucke die man gerne auflegt, wenn man nach einer ausgeuferten Allnighter-Party mit den ersten Berufstätigen das öffentliche Nahverkehrsnetzt nach Hause geteilt hat und mit leerer Birne in der Küche hockt und nicht weiß, ob jetzt kalte Milch oder eine Caiprinha das richtige ist. Sorrow hat indes das Rad der nervösen Breakbeats nicht völlig neu erfunden, er kombiniert sie nur etwas stilvoller mit Ambient-Wällen, Blubbersynthies, spacigem Zickzack-Geknusper und der raumgreifenden Stimme der Sängerin CoMa, die auf zwei Tracks sachte vor sich hinsäuselt und ansonsten nur noch in gesampelter Form auftaucht. Auf Dauer vielleicht etwas monoton das Ganze, aber keineswegs so hyperlangweilig, wie selbsternannte Ibiza-Chillout-DJs, die sich auf einem dauerhaften Schlaftablettentrip befinden. Das Set von Sorrow ist auf jeden Fall ein zuverlässiger Partner, wenn es darum geht, eine hektische Nacht angemessen ausklingen zu lassen.

www.monotremerecords.com