Neue Platten

Tosca - Tlapa

Genre: Lounge
Label: !K7 (Alive)
CD, VÖ: - 16.08.2013

Wenn Richard Dorfmeisters Glocken läuten, dann spitzt man in Kennerkreisen auch noch nach 20 Jahren ehrfurchtsvoll die Ohren. Kaum einer in der Klub-, Downbeat- und Lounge-Szene konnte sich so lange auf gleichbleibend hohem Niveau halten. Anfangs noch mit Peter Kruder, mittlerweile mit Rupert Huber. Der letzte Genie­streich liegt kaum ein halbes Jahr zurück, da warten die beiden schon mit einem Nach­schlag auf, bei dem sie nicht einmal groß Hand anlegen mussten. Das Album „Odeon“ wurde bereits nach kurzer Veröffentlichungszeit zum Remix freigegeben und so kann man nun begutachten, welchen Senf die Recycling-Szene den Dorf­meister/Huber-Stücken hinzugefügt hat. 8 Stücke wurden von den Wienern ausgewählt, zwei davon gleich in doppelter Ausfertigung, das Stück „Ende Mai” war auf „Odeon” bislang gar nicht enthalten.

Lohnt es sich also, das Album „Tlapa” ins Regal zu stellen? Wir meinen: eingeschränktes ja. Zunächst einmal fällt auf, dass fast alle Titel mit ordentlichen Gesamtlängen von durchschnittlich 7 Minuten gesegnet sind, die die Ursprungs­tracks zum Teil weit übertreffen. „Bonjour” wurde gleich zweimal vom Amerikaner Brendon Moeller in verschiedener Weise überarbeitet. Beide sehr chillig, sehr technoid, sehr synthie-lastig, aber ganz im Sinne des Originals. In der Gesamtabrechnung vielleicht ein wenig zu dösig. „Meixner” im Remix des Italieners Luca Trevisi schwimmt in ähnlich ruhigem Fahrwasser, kann aber kaum die Ur-Kuh vom Eis holen. Zusammen mit den Madrid de los Austrias hat Richard Dorfmeister den Prinz Eugen noch einmal lässig aufpoliert und dass Lateinamerika-Experte Rainer Trüby sich ausgiebigst über „Stuttgart” hergemacht hat, überrascht dann kaum, denn die Brasil-Nummer (im Original) von Lucas Santtana ist zu einem echten Highlight geworden. „Cavallo” wurde von Antye Greie völlig umgekrempelt und ist nun zu einem geheimnisvollen Elektro-Knuspermärchen geworden. Am Ende schließlich „Jayjay”, sehr pumpend und tanzbar von Stefane Lefrançois und einmal sehr retrolastig von Makossa and Megablast. Ein Rätsel bleibt allerdings: was bedeutet um gotteswillen „tlapa”? Ist damit vielleicht ein Wiener Modehaus gemeint, bei dem die Herren Tosca freundschaftliche Rabattprozente bekommen?

www.k7.com/toscaodeon

Tosca im Rückblick (Auszug):
Souvenirs
Odeon