Neue Platten

Jukka Eskola - Orquesta Bossa

Genre: Jazz
Label: Schema Records (Groove Attack)
CD, VÖ: - 16.09.2013

Es klingt natürlich wieder mal wie das reine Abziehbildchen-Vorurteil, aber irgendwie muss man sich ja einen Reim auf diese Platte machen: 70 bis 80% des Jahres herrscht in Finnland bäh-Wetter, also sinnt der Finne - und auch der Finne als Musiker – nach Abhilfe in Form von wohl temperierter Heizsonnenmusik. Der Trompeter Jukka Eskola kam einmal per Zufall in Kontakt mit der brasilianischen Bossa, verliebte sich in die diese Musik, blieb bei den tropischen Rhythmen gerne hängen und machte aus jener Passion kurzerhand ein ganzes Studioalbum, genannt „Orquesta Bossa“. Und pfiffig wie Jukka Eskola nun mal ist, verlegte er sich dabei nicht auf simple Coverversionen, sondern formte die swingenden Vorlagen ganz nach seinem persönlichen Gusto um. Daraus entstand dann die sogenannte „skandinavische Bossa Nova”, die mit viel Jazzanteilen, einem Streich­quartett und einer Bläsersektion in Erscheinung tritt. „Orquesta Bossa“ glänzt also mit südamerikanischer Leichtigkeit, orientiert sich an der traditionellen Melodik Brasiliens und fügt dem Ganzen noch etwas nordische Melancholie hinzu. Ein Rezept mit eleganter Durchschlagskraft. Eine Besonderheit noch am Rande: der Titel „Wien” - natürlich auch im Bossa-Rhythmus - basiert auf einem finnischen Original und wird von der Sängerin Chihiro auf japanisch interpretiert. Extravaganter geht’s kaum. Ach ja, die Aufnahmen wurden selbstverständlich analog angefertigt.

www.jukkaeskola.com