Neue Platten

Agnes Obel - Aventine

Genre: IndiePop
Label: Play It Again Sam (PIAS)
CD, VÖ: - 27.09.2013

Wer oder was ist „Aventine”? Um sich den mentalen Zugang zu dieser CD etwas zu erleichtern, sollte man auf Wiki zurückgreifen. Also: Der Aventin (lateinisch Collis Aventinus) ist einer der sieben Hügel, auf dem das antike Rom erbaut wurde. Auf ihm wurde auch Remus (also die andere Hälfte von Romulus) nach dem tödlichen Streit mit seinem Bruder begraben. Wer nun allerdings daraus schlussfolgert, bei „Aventine” handle es sich um ein blutrünstiges oder gar semikriminelles Werk, der kennt die Intension von Agnes Obel nicht. Ihr geht es nämlich mehr um die Darstellung von Licht und Schatten, von hell und dunkel, von gut und böse. Und das mit minimalen Mitteln. Lediglich ihre Stimme, ihr Piano sowie die Saiten von Anne Müllers Cello und Violine stehen auf dem Plan. Ergänzt wird das Ganze noch durch ein wenig Gitarre, etwas Harfe und eine zweite Geige.
Nun, dunkel, nordisch und vielleicht auch etwas letal ist das Album der Dänin schon geworden. Trotzdem schwingt in jedem Song ein hoffnungsfroher Schimmer im Hinter­grund mit, der die leichte Schwere dieser CD mit sehr viel Empathie füllt, um nicht zu sagen eine gewisse Süchtigkeit entwickelt. Denn der milde Gesang, die mollene Untermalung, die latente Schwermut und vor allem die emotionalen Pianoakkorde haben etwas von Michael Nymans Filmmusik zu „Das Piano” oder sie finden eine Parallele in Rebekka Karijords famosen Album „We Become Ourselves”.
Agnes Obel hat nach „Philarmonics” ein weiteres großartiges Album herausgebracht, das sich niemand entgehen lassen sollte.

www.agnesobel.com