Neue Platten

Jun Miyake - Lost Memory Theatre Act 1

Genre: Jazz
Label: Yellowbird Records / Enja (Soulfood)
CD, VÖ: - 04.10.2013

Der Name „Jun Miyake” ruft sicherlich bei vielen fast schon magische Assoziationen hervor. Der japanische Jazztrompeter gilt in Fachkreisen als der Inbegriff eines Klangpoeten, der sich mit einer kaum erreichten Weltoffenheit und spielerischen Eleganz durch den Jazz und die angrenzenden Musik­landschaften unseres Globus arbeitet. Legendär sein aus dem Jahre 2008 stammendes Album „Stolen from Strangers”, das bis heute zu den maßgeblichen Alben unserer Zeit gehört. Aber auch seine älteren Werke, wie zum Beispiel „Innocent Bossa in the Mirror” von 2002 oder die 2010 erschienene CD „Ludic’” (in Zusammenarbeit mit der Sängerin Sublime) sind nicht minder beeindruckend. Wenn er nun mit „Lost Memory Theatre” ein weiteres Projekt veröffentlicht, stehen natürlich wieder alle Ohren auf „Obacht!” Und Miyake enttäuscht auch diesmal nicht. Es ist die geniale Fortsetzung des eingeschlagenen Weges. Wim Wenders bescheinigt Miyake (dessen Musik er übrigens auch in seinem Film „Pina” zitiert) einen außergewöhnlichen Sinn für eine Interaktion zwischen Musik und Bildern, die Fähigkeit, eine Art Kopfkino zu erzeugen. Und das passiert auch hier wieder. Miyake malt 16 wunderbare Bilder in einer immensen Farbenpracht undbegibt sich immer wieder auf einen orchestralen Retrotrip, der Steine erweichen kann. Ihm zur Seite stehen wieder eine ganze Reihe von musikalischen Koryphäen, die die Sache vervollkommnen. Unter ihnen natürlich wieder alte Bekannte wie Arto Lindsay, Vinicius Cantuaria und Lisa Papineau, aber auch David Byrne, Dhafer Youssef, Melvin Gibbs oder The Cosmic Voices of Bulgaria sind wichtige Teile des Miyake-Cosmos. Und in den taucht man immer wieder gern aufs Neue ein.

www.junmiyake.com