Neue Platten

Erdmöbel - Kung Fu Fighting

Genre: IndiePop
Label: Jippie! (Rough Trade)
CD, VÖ: - 27.09.2013

Weil die deutsche Sprache so schön sein kann, deswegen lieben wir Erdmöbel. Wir lassen die Prolls und ihr seltsames Kongolmerat aus doof und falsch einfach links liegen und hören Erdmöbel. Wir übergeben Rap und Naidoo-Weisheiten der Tonne und widmen uns Erdmöbel. Und weil Erdmöbel dem Duden nicht nur seitenweise neue Vokabeln hinzufügen, sondern auch noch dazu ziemlich coole Musik machen, deswegen verehren wir Erdmöbel auch.
Da haben wir also jetzt „Kung Fu Fighting”, made in 2013. Ein weiteres Potpourri aus dem sprachlichen Skurrilitätenkabinett der Band, wo es um bewegliche Ferien, Gefäß­erweiterung, das Zollstockbad oder um den Club der senkrecht Begrabenen geht. Wir reisen mit der Band von Cardiff bis nach Mumbay, bleiben aber dann doch im Erft-Kreis hängen. Keine Idee ist zu abstrus, als dass sie nicht von Markus Berges und seinen drei Mitstreitern mit dem heiligen Mut zur bizarren Wort­kreation ausgekleidet und umgekrempelt werden kann. Viel Sinn ergeben die Textfragmente in den meisten Fällen freilich nicht, aber das ist auch gar nicht die Intension. Es geht um das emsige Ausschöpfen von linguistischen Möglichkeiten, das Anordnen von bekannten Bausteinen in einem neuen Kontext zu zwar geläufigen, aber in ihrer neuen Umgebung wunderlichen Novitäten. Das alles musikalisch mit einem Munter-Pop unterlegt, der vor Sommersonne nur so strahlt. Und so fällt es auch nicht sehr ins Negativgewicht, dass die Erdmöbel an einer Stelle mal nach den Prinzen klingen, an anderer Stelle wie die Münchener Freiheit summen oder vokalakustisch mehr nach einer Schülerband als nach deutschem Poptafelsilber klingen. Aber das sind Erdmöbel nun mal. Ob sie wollen oder nicht.

www.erdmoebel.de

Erdmöbel im Überblick:
Retrospektive