Neue Platten

Edi Nulz - Ultrakarl

Genre: Jazz/Rock
Label: Session Work Records (Harmonia Mundi)
CD, VÖ: - 18.11.2013

Beschiss auf ganzer Linie: Der erste Track namens „Fanfare“ ist nichts anderes als der Sound einer Flipper-Bude, das Trio selbst, die Band Edi Nulz also, hat keinen Bassisten, will aber Jazz machen und hat keinen Sänger, will aber Rock machen. Was ist da los? Klarer Fall von österreichischem Nonkonformismus. Edi Nulz entziehen sich konsequent dem konventionellen Regelwerk und musizieren frei von der Leber weg. Hauptsache alle den kreativen Fluß behindernde Mautstationen bleiben unbesetzt.
Da ist Julian Adam Pajzs, er spielt eine Tenor-, Bariton- und Midi-Gitarre, dann ist da Valentin Schuster, er bearbeitet Schlagzeug und Taschenklavier und schließlich gibt es noch Siegmar Brecher, er bedient Bassklarinette, Melodika und Altsaxophon. Wir merken: hier ist so einiges anders. Edi Nulz pendeln zwischen Rockrhythmen im Klötzchenformat und schräger Jazzimpro­visa­tion. Allein schon die klingende Gegensätzlichkeit von Gitarre und Bassklarinette ist für traditionelle Ohren ziemlich ungewöhnlich, besticht aber durch ihre virtuos angelegte Launenhaftigkeit. Und diese Polarität funktioniert sowohl im schnellen Stakkatotakt, als auch bei gemächlicher dahinfließenden Kompositionen. Garantiert ist, dass es auf „Ultrakarl” so gut wie keine Längen oder Orte der Langeweile gibt, genauso garantiert ist aber auch, dass hier ein sehr spezielles Publikum angesprochen wird.

www.edi-nulz.com