Neue Platten

Jarry Singla - Mineralle

Genre: Jazz
Label: Jazzsick (ESC/inakustik)
CD, VÖ: - 22.11.2013

Wer viel rumkommt, hat viel zu erzählen. Jarry Singla lebt zur Zeit in Köln, hat aber auch schon die CO2-Emissionen von New York und Mexiko City getestet. Seine familiären Wurzeln liegen allerdings in Indien. Singla ist mittlerweile ein fester Begriff in der internationalen und deutschen Jazzszene. Als Pianist und Meister des indischen Harmoniums stand er bereits an der Seite von Albert Mangelsdorff, Kenny Wheeler oder Lee Konitz. Für das Album „Mineralle” hat er sich aber auf eine ganz andere Schiene verlegt und das hat stark mit seiner Herkunft zu tun. Das Album ist nämlich sehr „indisch” angelegt, verarbeitet vor allem Einflüsse, die man gemeinhin in der südindischen Musikkultur findet. Unterstützt wird Singla von zwei Kollegen, die ebenfalls indische Roots aufweisen: Bassist Christian Ramond und Perkussionist Ramesh Shotham.
Entsprechend quirlig geht es auf „Mineralle” zu. Singlas virtuoses Pianospiel, Ramonds erdiges Bassfundament und Shothams ausgefeilte Perkussion machen dieses Album zu einem beeindruckenden Ereignis. Filigrane Harmonien, Zitate aus indischer Tempelmusik und schnelle Tempowechsel sowie Shothams gelegentliche Ausflüge in die Welt des perkussiven Sprechgesangs (Konakol) machen deutlich, dass die drei auf einer im Jahr 2011 vollzogenen Konzertreise quer durch den indischen Subkontinent viele Anregungen aufgenommen und in diesen zehn Stücken famos umgesetzt haben. In Verbindung mit europäischem Jazzverständnis entwickelt dieses Album eine zwar nicht ganz neue, aber trotzdem höchst interessante Exotik.

www.jarrysingla.com
www.shotham.org