Neue Platten

Magic Malik - Tranz Denied

Genre: Elektronik/Jazz
Label: Bee Jazz (Edel Kultur)
CD, VÖ: - 03.01.2014

Wir können uns noch gut an die letzte CD von Magic Malik erinnern. Nur selten hat uns ein Album so gelangweilt, war so schnell unten durch wie Short Cuts. Die Freude war daher verständlicherweise begrenzt, als nun der Nachfolger „Tranz Denied” besprochen werden wollte.
Also gut, neue Scheibe neues Glück. Und holla, was sich auf diesen sieben Tracks bzw. auf den 58 Minuten Laufzeit abspielt, hat so rein gar nichts mehr mit dem zu tun, was uns seinerzeit so ordentlich abgetörnt hat. Wir wollen jetzt aber nicht so vermessen sein, dass unsere Kritik vielleicht dazu geführt hat, dass Malik Mezzadri sich für „Tranz Denied” nun eines Besseren belehren ließ. Dennoch ist unverkennbar: dieses Album ist weiß Gott nicht von schlechten Eltern. Vielleicht auch deshalb, weil seine Crew nun zum Großteil aus Elektronikern besteht, die durchaus wissen wo es klanglich und rhythmisch lang geht. DJ Oil und Gilbert Nouno sorgen für jede Menge Laptop-Spannung, Hubert Motteau hat die Rhythmik fest im Griff und Malik Mezzadri selbst besorgt mit Flöte und Keyboards den Rest. Als Gäste steigen jeweils für einen Track mit ein der Saxophonist Denis Guivarc’h und die Vokalistin Frauke Aulbert.
Der Hang zur Elektronik ist allgegenwärtig, aber keinesfalls störend. Pluckernde Beats, Störgeräusche, Verfremdungen und sonstige programmierte Wummer-Spirenzchen sind nicht nur das Fundament für Maliks Flötensoli, sondern führen nicht selten ein vielseitiges Eigenleben, was bis hin zu temporeichen und teilweise kompromisslosen Tanzflur-Beats ausartet, so wie beispielsweise bei dem Track „Zivanoul”, der sicher nicht umsonst mit dem Namen des österreichischen Großmeisters in Sachen Fusion­jazz kokettiert. Einen Hauch von Japan-Pop hat der Franzose bei den „Shibuya Memories” im Gepäck, die Hamburger Multivokalistin Frauke Aulbert kann sich auf dem Track „North” ordentlich austoben, dem stimmlichen Experiment werden hier Tür und Tor geöffnet, was einen ein wenig an die gewöhnungsbedürftigen Eskapaden von Sidsel Endresen erinnert. Den Abschluss bildet ein zwölfminütiges, fast schon esoterisch anmutendes Ostinatostück, das in seiner mantramäßigen Bearbeitung einem Spacetrip gleicht, auf den man sich gerne begeben oder aber beizeiten auch abspringen kann. Auf jeden Fall sorgt diese CD für ein ordentliches Kontrastprogramm zu ihrem 2013 erschienenen Vorgänger.

www.beejazz.com