Neue Platten

Brad Mehldau & Mark Giuliana - Taming The Dragon

Genre: Jazz/Rock
Label: Nonesuch (Warner)
CD, VÖ: - 21.02.2014

Normalerweise kennt man Brad Mehldau als gediegenen, dem Jazz-Mainstream sehr verbundenen Pianisten und man überlässt ihn daher gerne den Benutzern mehrspuriger Autobahnen. Vielleicht war er es aber auch etwas leid, immer nur auf ausgetretenen Pfaden unterwegs zu sein. Denn die Ankündigung, dass Meldau nun plötzlich ein Album mit Fender Rhodes, Synthesizer und Elektronik im Schilde führt, sorgte zumindest für ein interessiertes Aufhorchen. Erst recht, als bekannt wurde, wer ihn dabei unterstützt: Es ist der Drummer Mark Giuliana, vor allem bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Avishai Cohen oder durch seine eigene experimentelle Gruppe „Heernt“. Um es gleich vorweg zu nehmen: es gibt auf dieser CD einen Verlierer und einen Gewinner. The winner is: Mark Giuliana, der auf diesem Album arbeitet wie ein Berserker und seinem Namen als innovativer Schlagzeuger alle Ehre macht. Der Loser ist logischerweise Mr. Mehldau, dem der Ausflug in die Welt der elektronischen Keyboards ziemlich schlecht bekommen ist. Ist der Einstieg ins Geschehen trotz der zum Teil markigen und daher albern wirkenden Wortwahl im Spoken-Word-Teil noch einigermaßen erträglich, geht einem im weiteren Verlauf die Hinwendung zu altbackenen Synthie-Sounds und das Verbreiten von elektronischem Wildwuchs gehörig auf den Senkel. Irgendwie hat sich der Meister des Flügels ins falsche Jahrhundert verirrt und keiner hat es ihm gesteckt. Auch sein Partner nicht. Schuster bleib bei deinen Leisten. Dieses Experiment hättest du dir schenken können.

www.bradmehldau.com
www.markguiliana.com