Neue Platten

Hanggai - Baifang

Genre: FolkRock Crossover
Label: Harlem Recordings (Bertus)
CD, VÖ: - 21.02.2014

Die Gruppe Hanggai kommt aus der Inneren Mongolei und die gehört als autonomes Gebiet zur Volksrepublik China, hat also mit dem unanhängigen zentralasiatischen Staat Mongolei politisch erst einmal nichts zu tun. Wohl aber kulturell, denn beide Territorien waren früher eins. Insofern überrascht es auch nicht, dass die Mongolenband ihre Songs in Peking aufnimmt und im Booklet zu dieser CD die mongolischen Texte auch ins Chinesische (und Englische) übertragen wurden. Als chinesische Band im weitesten Sinne geht man an das kulturelle Erbe vielleicht auch deswegen um einiges unkomplizierter und pragmatischer heran.
Hanggai lieben das Crossover-Musizieren. Und dass dieses Album so international geworden ist, liegt sicher nicht zuletzt auch am holländischen Produzenten JB Meijers, der die Mongolen zudem noch auf einem niederländischen Label untergebracht hat. Von Hardcore-Folklore ist also auf dieser CD nicht viel zu hören. Vielmehr beschäftigen sich die Songs mit den vielfältigen Möglichkeiten, chinesich-mongolische Roots mit Rockpatterns westlicher Prägung unter einen Hut zu bringen. Und man kann durchaus behaupten, dass dies weitestgehend gelungen ist. Viele Songs stampfen ordentlich vor sich hin, verströmem aber auch unverkennbar die Weite der asiatischen Steppenlandschaften. Auf der einen Seite stehen der typische Kehlkopfgesang, die unverzichtbare Pferdekopf-Geige, asiatische Perkussion und buddhistische Mantras, auf der anderen Seite martialischer Gesang, deftige Stromgitarren mit Bretterriffs und rumpelndes Schlagzeug. Mittendrin asiatische Folkströmungen, die auch einer Peking-Oper entnommen sein könnten. Hanggai gehen mit der Zeit, wagen viel, haben aber auch das Glück, dabei eine durchwegs gute Balance gefunden zu haben. Und das ist wiederum förderlich für’s Image, keine langweilige Folkies zu sein. www.facebook.com/hanggai