Neue Platten

L’Arpeggiata Christina Pluhar - Music For A While

Genre: Klassik/Barock
Label: Warner Classics
CD, VÖ: - 28.02.2014

Mit der sogenannten „Klassik“ ist das ja immer so eine Sache: Was der Bauer nicht kennt, das ißt er meist auch nicht. Insofern muss man auch Christina Pluhar nicht unbedingt kennen, wenn man nicht gerade aus Graz ist oder ein Faible für barocke Musik hat. Also: Christina Pluhar ist Harfinistin, ist vorwiegend in der „Alten Musik” unterwegs und betreibt seit 2000 einen Klangkörper, der sich „L’Arpeggiata” nennt. Mittlerweile lebt Pluhar in Paris und hat sich als neueste Errungenschaft den englischen Barockmeister Henry Purcell (1659 – 1695) vorgeknöpft und ihn neu interpretiert. Purcell wird nach Angaben von Pluhar auch heute noch immer wieder gern gecovert und verweist auf Leute wie Klaus Nomi, Pete Townshend oder Stanley Kubrick. „Music For A While” in der Fassung von L’Arpeggiata bewegt sich also harmonisch und stilistisch zwischen damals und heute. Man spricht hier folgerichtig von „zeitloser Musik”. Allerdings muss man den dazugehörigen Gesang auch mögen. Zwei Countertenöre, eine Sopranistin und einen Alt-Sänger hat das Ensemble zusätzlich angeheuert. Dazu kommen noch eine Jazz-Klarinette sowie der österreichische Gitarrist und Multi-Stilist Wolfgang Muthspiel als Gäste. Die Instrumentalteile verströmen zwar immer noch etwas das Patina vergangener Jahrhunderte, sind aber dennoch gut verdaubar. Schwieriger, sprich gewöhnungsbedüftiger, wird es da schon bei den Vokalstrecken. Barocker Gesang ist eben nicht jedermanns Sache. Dem neugierigen Ohr sei dennoch zugeraten, denn dieses Crossover-Projekt hat seine Qualitäten. Und als Zugabe gibt’s Zeitgenössisches: Leonard Cohens „Hallelujah”, getragen von zarter weiblicher Stimme und klarem, barockem Jazz-Kornett. Na bitte.

www.arpeggiata.com