Neue Platten

Masaa - Afkar

Genre: Jazz
Label: Traumton (Indigo)
CD, VÖ: - 07.03.2014

Sie haben sich zwar nicht unbedingt gesucht, dafür haben sie sich aber um so besser gefunden. Der libanesische Sänger Rabih Lahoud und das deutsche Trio Rust, Pötzsch und Kappenstein. Bereits das Debut des Projekts Masaa im Bereich Crossover-Jazz mit dem Titel Freedom Dance war ein überaus geglückter Versuch, westliche Jazztradition und orientalische Befindlich­keiten unter einen Hut zu bringen. Dieses Konzept wird nun auf „Afkar” noch weiter verfeinert und zu neuen Sternstunden des Jazz geführt. Die Eindringlichkeit, mit der der arabische Vokalist seine heimatlichen Wurzeln freilegt, ist schlicht beeindruckend und berührt nicht selten zutiefst. Die deutschen Instrumentalisten ummanteln die poetischen Vokalstrecken mit emotionsgeladener Energie und einfühlsamer Intensität, wobei ihnen ihre diversen Erfahrungen aus ähnlich gelagerten Projekten, in die sie in der Vergangenheit involviert waren, sehr zu Pass kommen. Trompeter Marcus Rust hatte sich bereits in indische Improvisa­tions­techniken vertieft, Pianist Clemens Pötzsch ist geprägt durch sein sorbisches (also westslavisches) Erbe und Drummer Demian Kappenstein hatte bereits perkussive Erfahrungen von Taiwan bis zum Nahen Osten gesammelt. Die Musiker nennen das, was hier vor sich geht „Improesie”. Eine gewagte Wortschöpfung, die des Pudels Kern aber ziemlich genau trifft. Und last but not least, hat die Gruppe beim Label Traumton in Berlin ein neues Zuhause gefunden, bei dem sie überdurchschnittlich gut aufgehoben ist.

www.masaa-music.com