Neue Platten

Julie’s Haircut - Ashram Equinox

Genre: IndiePop/Psychedelia
Label: Woodworm/Santeria (Rough Trade)
CD, VÖ: - 14.03.2014

Musik aus der Schublade „hier wollen wir doch mal etwas genauer hinhören”. Denn bei diesem leicht meditativ angehauchten Album handelt es sich um eine elegante Mischung aus Prog-Rock, Psychedelia, Elektronik und Chill-Musik. Keine ganz alltägliche Mixtur, aber hier, bei Julie’s Haircuts sechstem Album „Ashram Equinox”, ein durchaus interessantes Stilkonglomerat. Am besten hört man das Album in einem Stück, und lässt alles baumeln, was den Körper anspannt oder beschwert. Und schon ist man mitten drin in einem Reisehörbuch, das zeitweise meditativen Charakter annimmt, ohne einem gleich esoterische Aufdringlichkeiten aufs Auge zu drücken. Hin und wieder etwas düster, wenn erforderlich mit repetitiven Elementen angereichert, dann wieder munter frohlockend, aber immer sehr entspannt. Mal fühlen wir uns an Tangerine Dream erinnert, mal an Tortoise, mal an den guten alten Krautrock. Ach ja: gesungen (im engeren Sinne) wird auf keinem der Tracks, lediglich gibt es hier und da mal ein paar dronige Vokalspuren, die aber so leicht im Wind dahinfliegen, wie die Forrest Gump’sche Feder. Natürlich haben die Norditaliener den Albumtitel mit Bedacht gewählt: Denn sowohl beim Eröffner „Ashram” (also dem stillen Zufluchtsort) als auch in der Mitte der CD, beim Titel „Equinox” (der Tag- und Nachtgleiche), stehen minimalistisch-jazzige bis ethnologisch-folkige Soundgemälde im Vorder­grund, bei denen man am besten die Augen schließt und das Kopfkino anwirft. Irgendwie macht der Sound süchtig. Hat das Potenzial zur Lieblingsplatte.

www.julieshaircut.com