Neue Platten

Tobias Preisig - Drifting

Genre: Jazz
Label: Traumton (Indigo)
CD, VÖ: - 21.03.2014

Jazzgeiger, Schweiz. Das sind die wichtigsten Eckpunkte dieser CD. Tobias Preisig startet auf „Drifting” mit einer geheimnisvollen, elegischen Klanginstallation zwischen Elektronik, Trauermelodie und düsterer Perkussion. Ein Stimmungsbild in Moll, das allerdings nur einen Teil des Violinisten repräsentiert. In der Folge geht die Reise nämlich in eine ganz andere Richtung. Jazzige Sounds stehen an und erinnern an die Welt eines Jean-Luc Ponty, der seine ganz große Zeit in den 70ern, 80ern hatte. Gepflegte Improvisation in Begleitung von Piano (Stefan Aeby), Bass (André Pousaz) und Drums (Michi Stulz). Dann wieder ein erneuter Umschwung. Erneut eine sehr verhaltene Nummer mit wuchtigen Ethno-Drums, zarten Rhodes-Vorhängen und einer klagenden Geige. Man merkt schon: der Schweizer ist ein Meister chamäleonischer Verwandlungen. Ihm liegt das dauernde Pendeln zwischen raumgreifenden Klanggebilden und althergebrachten Jazz­mustern. Manchmal darf’s auch gerne etwas rockender sein. Über allem aber schwebt eine virtuos gespielte Geige, die sich den unterschiedlichsten Kompositions­vor­gaben elegant anpasst. Tobias Preisig ordnet sich keiner Kategorisierung unter, lässt sich in keine Schublade pressen. Woher das kommt? Sicherlich unter anderem auch von seinem Produzenten Christian Zehnder, bekannt durch vokalistischen Extravanganzen und ungewöhnliche Solo-CDs. Wer Zehnder etwas genauer kennt, wird auf Preisigs Stücken so einige Sound-Déjà-Vus erleben. „Drifting”, das Titelstück, präsentiert das Quartet in seiner vollen Leistungsbreite: sehr jazzig, sehr intensiv, sehr virtuos. Alles zusammengenommen eine CD, an der man keinesfalls vorbeikommt, wenn man ein Faible für gestrichene Saiten in Verbindung mit außergewöhnlichen Sounds hat.

www.tobiaspreisig.com