Neue Platten

Neigelböhlen - Design

Genre: Jazz
Label: Rodenstein Records (mvh)
CD; VÖ: - 01.03.2014

Wie es der Zufall will: Innerhalb kürzester Zeit tauchen in der Jazzlandschaft zwei Duo-Projekte auf, die ziemlich ähnlich ausgerichtet sind: Mann spielt Gitarre, Frau singt dazu.
Bestach das ungarische Paar Veronika Harcsa und Bálint Gyémánt durch eine kreative Geschmeidigkeit und eine klare schnörkellose Performance, so bieten die beiden deutschen Künstler Stephanie Neigel und Sebastian Böhlen alias „Neigelböhlen“ eine Palette von poetischen Songs, die gedichtete Lyrik und Jazzgitarre wirkungsvoll miteinander verbinden. Sängerin Stephanie Neigel (die Nichte von Jule) kennt man unter Umständen schon vom a-cappella Damen-Vierer „Les Brünettes“. Gitarrist Sebastian Böhlen ist Chef seiner „Andreas Böhlen Band“, deren Album Cruise 2012 für frischen, neuen Wind in der Szene gesorgt hat.
Das Duo „Neigelböhlen“ arbeitet nun auf einer ganz anderen Baustelle. Grundlage ihrer elf Stücke sind Gedichte von vorwiegend Rainer Maria Rilke, aber auch von Robert Frost, Edgar Allen Poe oder Langston Hughes, die in trauter Zweisamkeit (für einen Song ergänzt durch den Pianisten Volker Engelberth) in musikalische Form überführt werden. Zwei Elemente kommen hier zusammen: die an sich schon etwas künstlerisch überverzierte Lyrik der Poeten des frühen 20. Jahrhunderts und der nachvollziehbare Anspruch der beiden Musiker, mit diesem Material ein hochwertiges Gesamtprodukt schaffen zu wollen. Im Ergebnis erhält der Hörer zwar ein tiefgründig-romantisches Set aus graziöser Vokalarbeit und virtuos gespielter Gitarre, das allerdings an manchen Stellen ein paar schnörkelige Schlenker zuviel aufweist.

www.neigelboehlen.com