Neue Platten

Laura Winkler + Wabi-Sabi Orchestra - Paper Clips

Genre: Jazz
Label: Traumton (Indigo)
CD, VÖ: - 04.04.2014

Es ist schon sehr bemerkenswert, mit welch hoher Schlagzahl das Berliner Traum­ton-Label immer neue Produktionen publiziert und sich so ganz nebenbei als unverzichtbare Plattform für neue, experimentierfreudige Künstler zwischen Jazz und Pop erweist. Die neueste Errungenschaft im breiten Traumton-Roster heißt Laura Winkler, eine österreicherische Sängerin und Komponistin, die in der Berliner Szene offensichtlich das gefunden hat, wonach sie schon länger auf der Suche war: eine Horde kompetenter Mitstreiter und einen verständnisvollen Förderer. Letzterer ist der amerikanische Drummer und Wahl­berliner John Hollenbeck und erstere elf junge, teils aber auch schon etablierte internationale Musiker, die das farbenfroh umsetzen, was sich die Grazerin über Jahre aus dem Gehirn gepresst hat. Und das ist im wahrsten Sinne große Musik. Denn was sie geschrieben bzw. komponiert hat, kann nur von einer Großformation, sprich ihrem Wabi-Sabi-Orchestra, umgesetzt werden. Hauptinspiration und Ausgangspunkt waren Texte des japanischen Autors Haruki Murakami, die allesamt in englischer Sprache zum Vortrag kommen, begleitet von u.a Blechbläsern, Vibraphon, Geigen, Keyboards, Drums und Chor. Das gesungene Wort klingt zwar des öfteren etwas gestelzt und theatralisch überdehnt, aber als Gesamtkunstwerk kann das elfteilige „Paper Clips” durch seine kaleidoscopische Vielfalt dennoch überzeugen. Es wurde viel getüftelt und gebastelt, kein Stück gleicht dem anderen, die Stimmungsbilder wechseln wie herbstliche Sturmwolken. „Paper Clips” ist eine Herausforderung für den Zuhörer. Aber wer ein gelenkiges Ohr für ungewöhnliche Klänge hat, wird an diesem Album seine helle Freude haben.

www.laurawinkler.com