Neue Platten

Dirty Loops - Loopified

Genre: Dance/Funk
Label: Verve (Universal)
CD, VÖ: - 16.05.2014

Auch wenn der Wirbel, den die Band derzeit macht, einigermaßen verständlich ist, bleibt nüchtern zu konstatieren: auch in Schweden kocht man nur mit Wasser. Dirty Loops können sich inzwischen auf über 15 Millionen Youtube-Klicks berufen und flups ist auch schon ein dicker Deal bei Universal in der Tasche mit Verdacht auf fette Asche. Der Major hat schnell geschaltet. Denn wer den Kaltstart verpennt, geht leer aus und eine andere Firma ist schnell bei der Hand. Wenn man sich allerdings das 14-teilige Debut-Album der Stockholmer Jungs mit sorgfältiger Bedachtsamkeit anhört, wird man schnell feststellen, lange können die diese Nummer nicht durchhalten, ohne zu ermüden. Klar, „Hit Me” bläst einen um wie ein Tornado und auch einige andere Nummern von „Loopified” gehen ab wie Schmitt’s Katze. Aber wie heißt es so schön: „History repeats itself”, auch im Pop, und eine vermeindliche Killer-Band baut auch nur auf bereits Vorhandenem auf. Immer wieder taucht, wenn auch in größeren Abständen, im Pop-Space ein Asteroid auf, der dann nach kurzem Aufblinken in der Szene genauso schnell wieder verglüht, wie er herangeschossen kam. Vor 30 Jahren nämlich hörte man Ähnliches: Anfang bis Mitte der 80er war das und die Band hieß Level 42. Auch da waren eine Fistel­stimme am Keyboard und ein Slap-Basser die herausragenden Merkmale. Mike Lindup, der Mann mit den schwarzweißen Fingern und dem hohen Organ ist das Pendant zu Countertenor Jonah Nilsson und Mark King, der Mann mit dem dicken Daumen, ist der Vorreiter für Henrik Linder. Der quirlige Drummer Aron Mellergardh und dürfte vermutlich den guten alten Phil Gould von damals an die Wand spielen. Zudem hat die Studiotechnik inzwischen eine Art Quantensprung gemacht. Sei’s drum: Viele Songs (auch die diversen Coverversionen) sind perfekt gemacht, spielen sich meistens auf der Überholspur ab, haben aber auch einen starken Klatsch von Retro. Die Halbwertzeit dieser fiebrigen Mucke dürfte jedoch ziemlich gering sein, die überdrehten Vokals sind auf Dauer doch sehr nervig und der Abnutzungseffekt entsprechend hoch. Typisch neue Medien: hier rein, da raus - heute gehypt, morgen vergessen. Also alle Mann cool bleiben, alles schon mal da gewesen und vor allem den Nachfolger im Auge behalten. Und der wird kommen. So sicher wie das Amen in der Kirche.

www.dirty-loops.com