Neue Platten

Féloche - Silbo

Genre: Franco-IndiePop
Label: ¡Ya Basta! (Warner)
CD, VÖ: - 23.05.2014

Darüber, dass auch das neue Album des Pariser Musikers Féloche wieder schwer multinational eingefärbt ist, besteht kein Zweifel. Das geht schon mit dem Albumtitel los, denn „Silbo“ ist die von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erkorene Pfeif-Sprache der Urbewohner von La Gomera und mit diesem gesampelten Sound macht man auch gleich zu Beginn des Albums popchansontechnische Bekanntschaft. Gleich darauf ein heftiger Schwenk ins harte urbane Leben, wo die New Yorker Rapperin Roxanne Shanté zusammen mit Féloche etwas deftigere Töne anschlägt. Zurück ins alte Europa und hinauf auf den Balkan: Gastsängerin Rona Hartner, ein paar Blechbläser, eine Hand voll Geiger sowie eine charmante Melodie entwickeln sich zu einem unwiderstehlichen Rhythmus. Zwei Tracks später taucht dann auch noch der ukrainische Sänger Oleg Skrypka auf, der mit dem Franzosen in Richtung Kosaken-Dancefloor unterwegs ist. Gegen Ende der des Albums dann noch ein kurzer Ausflug in die Niederungen der Südstaaten-Cajun-Beats („On Va ouH“). Musik ohne Grenzen also, darin ist Féloche ein ganz Ausgefuchster. Aber auch auf dem Gebiet des Soul-Funk à la Prince hat der Pariser so einiges auf dem Kerbholz, das beweist der Titel „NYC:ODC“. Und natürlich immer mit dabei: Féloche‘s Mandoline, die fast auf jedem Track eingesetzt wird, mal als nicht alltägliches Begleitinstrument oder wie auf dem Titel „A la légère“ als Teil eines 64-teiligen Mandolinenorchesters. „Silbo“ kokettiert somit mit einer Unzahl von Anspielungen und beruft sich auf alle möglichen Sportarten des Pop. Das macht das Album so vielseitig und interessant. Ein würdiger Nachfolger von „La Vie Cajun“.

www.feloche.fr