Neue Platten

Kasia Lins - Take My Tears

Genre: Pop
Label: Evosound (inakustik)
CD, VÖ: - 23.05.2014

In einem Punkt muss man dem Infoblatt für Journalisten, das dieser CD beigefügt wurde, recht geben: Es gibt in der Tat nur wenige polnische Künstler im großen Meer der Popmusik, die es international zu Rang und Ehren gebracht haben. Dass dies allerdings allein der Tatsache geschuldet sei, dass die polnische Sprache für popmusikalische Belange ungeeignet wäre, muss doch etwas bezweifelt werden (schließlich hat z.B. Anna Maria Jopek die meisten ihrer erfolgreichen Veröffentlichungen in ihrer polnischen Muttersprache herausgebracht).Viel eher dürfte es wohl daran liegen, dass ein entsprechender Markt in Polen so gut wie nicht existent ist, da ganz einfach die historischen Grundlagen dafür fehlen. Wer es sich also leisten kann, geht ins Pop-Exil. Auch Kasia Lins ging diesen Weg und zog für ihr Album eine Plattenfirma aus Hongkong an Land. Die Aufnahmen zu „Take My Tears“ fanden dagegen in Nashville/Tennessee statt und die beteiligten Musiker sind allesamt Mitglieder der dortigen Session-Szene. Dies ist wiederum ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich bei den zwölf Songs von Kasia Lins um konventionelle Mainstreamware handelt. Und gerade deswegen hätte die polnische Sprache hier vielleicht ganz gut getan, denn zumindest das, was uns textlich in englisch erreicht, erschöpft sich schnell in prosaischen Plattitüden. Musikalisch tut sich ebenfalls wenig Aufregendes: Etwas R’n’B, eine Prise Souljazz, eine herzige Ballade hier und da, ein weicher Reggae-Riddim und natürlich ein paar Uptempobeats mit Bläserunterstützung für den Floor – diese Jukebox ist perfekt für den amerikanischen Markt getrimmt. Zuckerpüppchen wie Kasia Lins haben wir schon zuhauf und Weichspülmusik gibt’s in jedem Supermarkt.

www.kasialins.com