Neue Platten

Jah Wobble & PJ Higgins - Inspiration

Genre: Indie Pop/Dub
Label: Sonar Kollektiv (AL!VE)
CD, VÖ: - 30.05.2014

Auch ein Jah Wobble muss schauen, wo er bleibt. Zwar ist der Brite schon eine gefühlte halbe Ewigkeit im Geschäft, trotzdem fliegen auch ihm keine gebratenen Tauben in den Mund und auch er ist gezwungen, immer wieder nach neuer Inspiration Ausschau zu halten. Lange Zeit mit Freunden wie Bill Laswell, Jaki Liebezeit oder Holger Czukay unterwegs und nach diversen Exkursionen in das Reich der asiatischen Spiritualität (angestoßen durch seine chinesische Ehefrau), kommt Jah Wobble langsam wieder an den Ausgangspunkt seiner Aktivitäten zurück: zu den Dub-Beats. Und eine neue Muse hat er auch gleich noch aufgetan: die schwarze Sängerin PJ Higgins bringt jugendlichen Elan, die perfekte Stimmlage und den notwendigen Geist mit ins Geschehen ein. Kernstück der CD ist der Track „King of Illusion“, sowohl in einer Reggae-Vocals- als auch in einer Heavy-Dub-Fassung. Da wuppert schwer der Bass, die Riddims klappern blechern, die Trompete (von Sean Corby) flirrt, die Kammer ist übervoll mit Echos. Jah Wobble mitten in seinem Element. Aber auch in Richtung Triphop geht die Reise, der Titeltrack „Inspiration“ überzeugt durch atmosphärische Dichte und einen lässigen Flow. Ganz besonders interessant wird es gegen Ende des (nur) 33 Minuten langen Albums: „Chaingang“ ist ein kurzer, aber eindringlich und spartanisch gehaltener Sklavensong und den Schlusspunkt setzt „What Have I Become“, ein voodoo-inspirierter Perkussion-Song (feat. Marc Layton Bennett), beinahe jenseits von Afrika. Auch wenn die Quantität etwas zu wünschen übrig lässt, qualitativ bietet Jah Wobble hier, wie eigentlich fast immer, nur beste Ware.

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