Neue Platten

Nicola Conte - Free Souls

Genre: Soul-Jazz
Label: Schema (Groove Attack)
CD, VÖ: - 30.05.2014

Ein Gentleman des Soul-Jazz: das ist Nicola Conte ganz gewiss. Der Italiener versteht es immer wieder, coolen Bar-Jazz zu erschaffen, der weit über belangloses Geplänkel hinausgeht. Nicola Conte ist in der Lage, scheinbar Harmloses mit einer würzigen Tiefe zu versehen, die den jazzigen Arrangements einen milden Poptouch verleiht, der zwar von zwangloser Leichtigkeit geprägt ist, gleichzeitig aber auch eine soulige Deepness aufweist, die sie zu etwas Besonderem macht. Die Songs zum vorliegenden Album wurden zwischen 2006 und 2011 konzipiert und live im Studio zu Bari aufgenommen und erst im Jahr 2013 mit Vokalspuren veredelt. Dazu hat Conte insgesamt 6 Sänger (4 Frauen – darunter Heidi Vogel - Cinematic Orchestra und 2 Männer) verpflichtet, die sich dermaßen gekonnt ins Zeug legen, dass die Tracks wie mit einer hochwertigen Möbelpolitur perfektioniert erscheinen. Das wäre allerdings nur die halbe Miete. Einen mindestens genauso stimmigen Anteil haben die Musiker, von denen es knapp 20 an der Zahl gibt und das bedeutet ein äußerst abwechslungsreiches Geschehen von Anfang bis Ende. Vor allem die umfangreiche Bläserabteilung versteht es immer wieder gekonnt, solistische wie mannschaftsdienlich-wertvolle Akzente zu setzen. Unverzicht bar natürlich auch Querflöte, Vibraphon, Wurlitzer, Fender-Piano, allerlei Perkussion und Contes Gitarre, die ganze old-school-Leiter rauf und runter. Besonders weit nach hinten geht es mit den souligen Cover-Versionen „Ode To Billy Joe“ von Bobby Gentry und „Ahmad’s Blues“ von Ahmad Jamal. „Free Souls“ ist ein echtes Entspannungsalbum mit viel Tiefgang und einer Menge Atmosphäre.

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