Neue Platten

Jan Bang - Narrative from the Subtropics

Genre: Jazz/Electronics
Label: Jazzland (Universal)
CD, VÖ: - 01.06.2014

Zuerst müsste man einmal wissen, wo genau die Subtropen liegen. Sie erstecken sich zwischen dem 25. und 40. Grad nördlicher bzw. südlicher Breite und umfassen so unwirtliche Gegenden wie die Sahara Afrikas oder die Atacama Südamerikas. Dies mag dann auch ein erster Hinweis auf die Musik sein, die sich der Norweger Jan Bang auf diesem Album ersonnen hat. Es ist eine eher stille Musik, introvertiert, mystisch, mysteriös, sensibel und vielleicht etwas außerirdisch - hat aber auch einen unüberhörbaren nordischen, zuweilen auch cinematographischen Touch. Das mag zum einen an den beteiligten Künstlern liegen, die Jan Bang hier zu seiner Unterstützung engagiert hat und die allesamt aus Skandinavien stammen, zum anderen hat es aber auch mit der innigen Verquickung von Elektronik, menschlichen Stimmen und analogen Instrumenten zu tun, die zum Einsatz kommen. Völlig aus der Reihe dagegen das Coverphoto, das das Londoner Pleitehaus mit dem vielsagenden Kosenamen „die Gurke” zeigt. Doch zurück zur Musik. Jan Bang bewegt sich wie gesagt auf federweichem Terrain. Seine mit Akai-Sampler und Synthesizer produzierten Soundkollagen reiben sich z.B. mit Eivind Aarsets und Stian Westerhus’ elegischen Gitarrenklängen, rahmen Sidsel Endresens Vokalspuren ein und befördern Nils Petter Molværs sowie Arve Henriksens überirdisches Trompetenspiel. Zwischendurch erklingt ein bearbeitetes Traditional, eine Art Kinderlied, hingebungsvoll gesungen von der estnischen Kantele-Spielerin Tuule Kann. „Narrative from the Subtropics” ist eine wunderbare Steilvorlage für alle Kopfkino-Spezialisten, die sich gerne in surreale Spähren transportieren lassen. Im übrigen kann man sich sehr gut vorstellen, dass auch ein David Sylvian an diesem Album seine helle Freude haben dürfte.

www.jazzlandrec.com