Neue Platten

Sergio Mendes - Magic

Genre: Pop Brasil
Label: OKeh (Sony)
CD, VÖ: - 20.06.2014

Sergio Mendes - ein klingender Name im brasilianischen Musikgeschehen, ein Name, der einen entweder aufhorchen oder aufschrecken lässt, je nachdem, von welchem Standpunkt aus man das Gesamtwerk des gegenüber von Rio geborenen Musikers betrachtet. Seit ca. fünfzig Jahren ist der Mann nun schon im Geschäft und hat sich in seinen besten Jahren mit den Formationen „Brasil 66” und „Brasil 77” eine goldene Nase verdient. Und das mit einer Musik, die fest verankert war (und ist) im amerikanisch angehauchten Brasil-Mainstream. Ab und an hat er auch mal ganz coole Dinger vom Stapel gelassen, z.B. den Titel „Fanfarra” vom 92er Album „Brasileiro”, wo gleich 100 Samba-Trommler auf einen Schlag die Erde haben erzittern lassen. Allerdings stammte der Song nicht aus seiner Feder, sondern kam von Carlinhos Brown, dem Musik-Derwisch aus Salvador.
Nun denn: „Magic” ist halt wieder so eine bunte Mischung aus lackiertem Main­stream und gefälliger Brasil-Mucke, pünktlich abgeliefert zur WM. Natürlich bleiben auf diesem Album die brasilianischen Problemzonen außen vor, dafür gibt es jede Menge „Paz-Alegria-Eierkuchen“. Viele Titel klingen verdächtig nach einer Steve-Wonder-Gedächtniskomposition und auch der Titelsong oder das Duo mit Ana Carolina sind hochkarätige Schnulzen oder ertränkt in sülzigem Saxophon-Sound. Etwas besser kommen da schon Nummern wie „Meu Rio” oder „Simbora”. Aus dieser Richtung hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen.
„Magic” ist natürlich auch wieder ein All-Star-Treffen. Wenn Sergio ruft, wollen alle mit dabei sein, selbst Künstler aus dem eher anspruchsvollen bis alternativen Lager, wie Seu Jorge, Milton Nascimento oder Carlinhos Brown. Und so kann von einer homogenen Platte keine Rede sein. Nicht einmal sprachlich wird das Portugiesische komplett durchgezogen, sondern wird immer wieder unterbrochen von englischsprachigen Stücken, die in Los Angeles aufgenommen wurden. Viel Aufwand also für ein eher durchschnittliches Album.

www.sergiomendesmusic.com