Neue Platten

Raffaele Casarano - Noé

Genre: Jazz
Label: Tuk Music/Ponderosa (edel Kultur )
CD, VÖ: - 27.06.2014

Schön, dass sich immer mehr junge Jazzmusiker vom Schubladendenken verabschieden und sich ohne Scheuklappen, quasi freistilmäßig, durch alle möglichen Subgenres des Jazz und angrenzende Gebiete bewegen. Einer, der dieses multidimensionale Musizieren trefflich beherrscht, heißt Raffaele Casarano, kommt aus Italien und arbeitet schon seit gut zehn Jahren mit seiner Gruppe „Locomotive“ (Piano, Bass/Electronics, Schlagzeug) zusammen. Casarano selbst spielt Alt- und Sopransaxophon.
Sei Album „Noé“ gehört daher zu den CDs, die man auch dem Jazz nicht so affinen Personen durchaus zumuten kann. Die Passagen, bei denen Casarano leicht aus den Fugen gerät, halten sich immerhin in Grenzen. Der Rest ist kraftvoller bis lyrischer Zeitgenossenjazz, der immer wieder mit freigeistiger Hippness versetzt ist. Überflüssig zu erwähnen, dass der Mann ein Könner seines Faches ist. Ein besonders kluger Schachzug erwartet den Hörer beim Titel „Lu rusciu de lu mare“, einem alten Volkslied aus dem Salento. Dieser Song existiert gleich zweimal. Zum einen als poesievolle Instrumentalversion, zum anderen als Gänsehaut erzeugende Vokalnummer, gesungen vom Negramaro-Sänger Giuliano Sangiorgi.

www.raffaelecasarano.com