Neue Platten

Creative Outlaws – US Underground 1962–1970 - (V. A.)

Genre: Retro-Rock
Label:Trikont (Indigo)
CD, VÖ - 03.02.2006

Rückbesinnung: Wie war das noch damals, als wir einst jung und unbedarf waren und nur Flausen im Kopf hatten? Wir hörten laute Musik von langhaarigen, bekifften Freaks, die freien Sex propagierten und gegen den Vietnam-Krieg waren und die Szene, die war damals noch einigermaßen überschaubar. Wir spürten zwar irgendwie, daß wir da Zeuge von etwas völlig Neuem waren, aber so richtig einordnen, geschweige denn das alles richtig interpretieren, das konnte damals eigentlich keiner so richtig. Hauptsache die Mucke war laut und man konnte damit anecken. Kreischende Plastikplattenspieler und später die tragbaren Tonbandgeräte waren die angesagten Kommunikationsmittel, mit deren Hilfe man seine Verbundenheit mit der von „Aufruhr“ infizierten Bewegung kundtat. Die Underground-Jahre der 60er, die heute so gerne als „kultig” beschrieben werden, wirken mit dem Abstand rund 40 Jahren jetzt wie eine andere Welt, die die heutige dennoch stark beeinflußt hat. Erst heute und mit Hilfe von kompetenten Geistern wie Tom Klatt und Urban Gwerder, die hinter diesem vergnüglichen Machwerk stehen und in ihrer Eigenschaft als Zeitzeugen alles am eigenen Leib miterlebt haben, kann man das wahre Ausmaß der damals in Gang gesetzten Bewegungen erst richtig einordnen. Dies akustisch und optisch nachzuverfolgen macht eine Menge Spaß, denn die Informationen, die uns ehemaligen Mitläufern dieser Ära auf dieser CD bzw. dem ausführlichen Booklet zur Verfügung gestellt werden, fügen sich zu einem hochinteressanten Bild zusammen, das in seiner Komplexität immer wieder neue Aha-Erlebnisse zutage fördert und so manche Wissenslücke schließt.
Namen wie beispeilsweise MC5, Blue Cheer, Exuma, Kaleidoscope, Chamber Brothers, The Fugs, Jimi Hendrix oder die Originalversion von „Somebody To Love” tauchen dank dieser CD wie Phoenix aus der Asche auf und bringen lang verschüttete Erinnerungen wieder zurück ans Tageslicht. Ein Déjà-Vu Erlebnis jagt das nächste. Ein gefundenes Fressen für alle diejenigen, die gerne mal an früher denken und sich noch einen Funken Revolte und Nonkonformismus im Hinterstübchen bewahrt haben.

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