Neue Platten

Beat ’n Blow - Über die Ufer

Genre: BrassFunk
Label: Herzog Records (Edel )
CD, VÖ: - 08.08.2014

Warum auch sollte man am Konzept einer Band etwas ändern, die schon seit 20 Jahren erfolgreich den Leuten den Takt bläst? Beat ’n’ Blow aus Berlin haben schon das Blech ausgepackt, als man mit Blasmusik meist nur den Musikantenstadl in Verbindung gebracht hat. In der Folgezeit aber hat sich viel getan und die Konkurrenz hat ausgeschlafen. Also haben auch Beat ’n’ Blow an ihrem Fahrplan gefeilt. Die einzelnen Bausteine, die man zu verbinden versucht hat, sind dennoch erkennbar, mal deutlich, mal weniger deutlich. Zu nennen wären da die Mannheimer (Text)Schule, die alternative Bayernblasmusik, der Seeed-Faktor, Ami-Funk und hin und wieder eine dezente Karibik-Taktung. Die Band nennt das gerne schon mal „Europäische Blasmusik”, wenngleich das ja eigentlich nicht so ganz den Kern der Sache trifft. Beat ’n’ Blow sind genau genommen eine Funkband mit Bläser­unterstützung, an deren Spitze eine Sängerin mit ausgeprägter Röhre steht. Das neue Album „Über die Ufer” knüpft nahtlos dort an, wo Nackt Und Roh aufgehört hat. Alle Subgenres werden wieder bedient, die Hütte wackelt, wenn auf’s Gaspedal getreten wird und auch im Schleichgang geht so einiges. Wenn da eben nicht die gewöhnungsbedürftige Textarbeit der Frontfrau Katie La Voix wäre, mit der wir beim letzten Album schon so unsere Schwierigkeiten gehabt haben. Es gibt zwar noch weitaus schlimmere Beispiele verunglückter Songprosa, aber trotzdem entsteht auch bei Beat ’n’ Blow in Sachen linguistischer Feinarbeit immer ein gewisser Juckreiz. Wir verweisen da gerne auf Songs wie „Du” oder „Aljosha”. Wenn das englische Idiom zuhilfe genommen wird, läuft die Sache schon etwas runder. Beat ’n’ Blow sind an sich eine ganz coole Band, nur mit dem Output des weiblichen Aushängeschilds kann man sich mitunter etwas schwer tun.

www.beatnblow.de