Neue Platten

GoGo Penguin - v2.0

Genre: Indie-Jazz
Label: Gondwana Records (Groove Attack)
CD, VÖ: - 29.08.2014

Es ist eine hochinteressante Mischform, die GoGo Penguin auf ihrem zweiten Album zelebrieren. Die klassische Trio-Anordnung (Piano, Kontrabass, Schlagzeug) erweist sich als eine spannende Hybridform, die wesentliche Elemente der Elektronik- und Breakbeat-Szene in ein jazziges Grundmuster miteinbezieht und dadurch die Aufmerksamkeit eines ungleich breiteren Publikums weckt. Auf der einen Seite steht das von Chris Illingworth betriebene Pianospiel, das sowohl eingängig-melodische, als auch harte, rockende Strukturen aufweist. Auf der anderen Seite haben wir es mit einer kompromisslos agierenden Rhythmusgruppe zu tun, die in dieser Dreierkonstellation zu einer ungeahnten Hochform aufläuft. Bassist Nick Blacka und vor allem Drummer Rob Turner unterfüttern die Pianoarbeit von Illingworth mit einer äußerst phantasievollen Perkussion, die man in dieser Vertracktheit eigentlich nur aus der Breakbeat-Szene kennt. Dieses unglaublich agile Paket aus perlendem Piano und treibenden Beats ist das Markenzeichen von GoGo Penguin, für das sich im Moment nicht nur Club-, sondern auch Radio-DJs die Finger lecken. Harmonische Melodien treffen auf unruhig pulsierende Dubstep-Beats, freie Klavierimprovisation geht Hand in Hand mit perfekt inszenierter Fiebrigkeit. Und doch klingt alles in seiner festen Verzahnung völlig losgelöst von bisher bekannten Strukturen. Manche Stücke dieses Albums können gegensätzlicher kaum sein: auf der einen Seite zum Beispiel das nervöse „One Percent“, das gegen Ende so klingt, als ob die CD einen Pressfehler hätte, die Band aber nichts weiter als hochpräzise Stakkato-Beats spielt. Auf der anderen Seite Tracks wie „The Letter“ oder „Shock and Awe“, die in ihrer Minimalität fast schon zu spiritueller Eindringlichkeit neigen. Auf „v2.0“ wird dem Ohr also echt etwas geboten – ein großartiges Album und ein klarer Anwärter auf die Top-Ten 2014.

www.gogopenguin.co.uk