Neue Platten

Guts - HipHop After All

Genre: HipHop
Label: Heavenly Sweetness (Broken Silence)
CD, VÖ: - 05.09.2014

Der eine kauft über Jahrzehnte nur Opel, ein anderer wechselt nie seinen Friseur und den Haarschnitt. Die Stones werden bis an ihr Bandende nur dem Rock ’n’ Roll huldigen und Produzent Guts aus Frankreich macht nun schon seit gut 25 Jahren einen auf HipHop, baut Beats, zimmert Samples und programmiert seine Drum-Machine. HipHop ist das Wurzelwerk seiner Musik. Sein Album „HipHop After All“ ist ein klassisches Werkstück, denn es verbindet kellertiefe digitale Frickelarbeit mit lebendigen, im Studio stehenden Musikern. Zusammen mit dem Produzentenkollegen DJ Fab hat Guts ein Sammelsurium an Rappern, Instrumentalisten und Sängern versammelt, um dem inzwischen ziemlich verwässerten HipHop-Genre wieder einen authentischen Anstrich zu verleihen. Zu diesem Zweck hat er sowohl Veteranen als auch Newcomer aus den USA aufgesucht, um mit ihnen essenzielle Vibes zu konstruieren. Grand Puba oder Masta Ace aus NYC zum Beispiel, aber auch Quelle Chris and Denmark Vessey aus Detroit. Hinzu kommen noch ein paar Multitalente wie Cody ChesnuTT (the Soulman), Leron Thomas (the trumpetman) oder Patrice (the Reggaeman). Natürlich kommt auch diese HipHop-Scheibe nicht ohne das genreübliche liguistische Gepose wie „whassup y‘all, shout-outs to the homies, yo what’s goin‘ on y’all, check it out“ etc. aus, aber im Großen und Ganzen liefern Guts und Konsorten recht passable Tracks ab, die zum Teil sogar einen ganz brauchbaren Flow haben. Gemeint ist hier beispielsweise das jazzige „HipHop First of All“, der P-Funk-Track „Man Funk“ feat. Leron Thomas, „It’s Like That“ feat. Dillon Cooper, der Instrumentaltrack „We Are All Africans“ oder das reggaeinfizierte „Come Alive“ feat. Lorine Chia.
Guts zeigt also, daß HipHop eine nicht unerhebliche Vielfalt bieten kann, wenn man nur kreativ genug ist. Daher: thumbs up! after all.

www.heavenly-sweetness.com