Neue Platten

Tosca - Outta Here

Genre: IndiePop
Label: !K7 (Alive)
CD, VÖ: - 02.10.2014

Es scheint so, als hätte sich das seit Jahren bewährte Tosca-Rezept nun endgültig überholt. Zumindest muss man diesen Eindruck gewinnen, wenn man „Outta Here”, das neue Werk der Wiener Klangmeister Rupert Huber und Richard Dorfmeister, von vorne bis hinten und wieder zurück anhört. Klingt irgendwie anders. Für viele sicherlich auch befremdlich. Denn aus den Lounge-, Downbeat- und Clubbeats von einst haben die beiden nun handfesten Indie-Pop gemacht. Mit den Worten von H + D hört sich das so an: „Der Titel «Outta Here» steht für Veränderung, ein Wandel unseres bisherigen Konzepts. Eine Veränderung in puncto Energie und Dynamik … viel beat-orientierter und direkter, einfach sehr viel energetischer.” So so. Im Grund genommen heißt das also: eingängiger, kompatibler, mainstreamiger. Denn Vieles ist nun sehr viel simpler strukturiert und gehorcht offensichtlich mehr den Gesetzen des Marktes. Tüftelige Frickelarbeit Fehlanzeige, dafür - zumindest ab und an - simple Wuffta-Beats und eingängige Vokals. Und die kommen von zwei Veteranen der Indie-Szene, von Earl Zinger und Cath Coffey. Somit geht der Trend bei Tosca also nun klar in die Dancefloor-Ecke, garniert mit „funky black music“, die auch gerne mal ein wenig „uwa-uwa” haben darf. Gutes Beispiel: „Crazy Love” oder „Prysock”. Und wer bei „Put it on” unter Umständen an die Stones oder Status Quo denkt, liegt vielleicht gar nicht so falsch. Kann prima in jeder Vorstadt-Disse laufen. Wie gesagt, unbedingt schlecht ist das nicht was einem da zu Ohren kommt, H + D sind ja schließlich keine Anfänger, aber daran gewöhnen muss man sich doch erst einmal. Und eventuell läuft der neue Tosca-Motor beim nächsten Coup noch etwas runder.

www.toscamusic.com

Tosca im Rückblick (Auszug):
Souvenirs
Odeon
Tlapa