Neue Platten

Magou & Dakar Transit - Africa Yewul

Genre: Folk West-Afrika
Label:Network (Zweitausendeins)
CD, VÖ - 18.02.2006

Magou hat Schwein gehabt. Er konnte sein Album in Deutschland aufnehmen und ist zudem auch noch bei Network aus Frankfurt untergekommen. Und Network ist bekanntermaßen ein beschlagener Laden in Sachen Weltmusik im allgemeinen und in Sachen Afrika im speziellen. Denkbar gute Voraussetzungen also, um in der internationalen Aufmerksamkeitsliga ein paar Sprossen nach oben zu krabbeln. Der Rest, sprich kreatives Potential, hat Magou eh im Überfluss und so ist „Africa Yewul” (Wolof für „Afrika Wach Auf”) ein Leckerbissen für alle Freunde Westafrikanischer Folklore. Magou und seine Spießgesellen (vertreten mit westafrikanischer Instrumenten-Grundausstattung wie Kora, Talking Drum etc.) bedienen sich in der Auswahl ihrer Songs nicht nur vom Basar heimatlicher Musikalienmärkte, sondern stecken ihre Nasen auch in Dinge wie Blues sowie Bossa Nova- oder Voodoo-Rythmen, was dazu führt, daß der musikalischen Vielfalt kaum Grenzen gesetzt sind. Magous rauhe und tiefe Stimme fördert zusätzlich noch das Element des Besonderen. Das weckt an vielen Stellen Erinnerungen an Cheikh Lô, denn auch Magou arbeitet viel mit der fröhlichen Ausgelassenheit westafrikanischer Polyrythmik, in Verbindung mit südamerikanischen Stilelementen. Aber auch Singer-/Songwriter Qualitäten schüttelt er locker und gekonnt aus dem Ärmel.
Textlich knöpft er sich Themen vor, die jeden rechtschaffenen Afrikaner unter der Haut brennen: das Problem des ehemaligen Sklavenhandels, das Problem der schleichenden Verschuldung des schwarzen Kontinents sowie das Problem AIDS.
Man kann also ohne Übertreibung sagen, daß sich die etwas mühsame Arbeit, Magou in seinem westafrikanischen Versteck ausfindig zu machen, durchaus gelohnt hat. Sein Album ist erfrischend, berührt und hat Tiefgang. Herz was willst du mehr.

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