Neue Platten

Batida - Dois

Genre: Angola Underground
Label: Soundway Records (Indigo)
CD, VÖ: - 17.10.2014

Wie benennt ein Künstler sein zweites Album, wenn ihm partout nichts Gescheites einfallen will? Ganz einfach: „Zwei”, in diesem Fall dann eben „Dois”, denn Pedro Coquenão aka „Batida“ aka „DJ Mpula“ ist ein in Lissabon lebender Angolaner und spricht somit Portugiesisch. Im April 2012 hatten wir schon einmal das Vergnügen, ihn auf diesen Seiten mit seinem Debutalbum vorzustellen. Auch da hatte er schon keinen zündenden Gedanken, wie dieses zu betiteln sei, weshalb das Album auch nur auf den Namen „Batida” hörte. Musikalisch hat der Soundfrickler aber offensichtlich etwas mehr Kreativität unter der Mütze. Seine Fortsetzungs-CD jedenfalls befasst sich weiterhin mit nervöser, perkussiv-angeschickerter Tanzmusik, angesiedelt in unmittelbarer Nähe zum Lissaboner Underground. Coquenão verwendet erneut jede Menge Samples aus alten angolanischen Filmen und setzt sie auf einen Flickerlteppich aus Afro-House, angolanischer Semba und Soundfetzen, die er aus der Indiekiste geklaut hat. Batidas Musik ist also eine selbstgebastelte Mixtur aus vergangenen analogen und aktuellen elektronischen Beats, die ihm zwischen Nairobi, Luanda und Lissabon so unterkamen. Dass das alles Marke Eigenbau ist, merkt man zumindest den Tracks recht deutlich an, die mit relativ wenig Einfallsreichtum auskommen müssen. Wenn wie auf „Bantú” nur auf gerappte Vocals und eine Mischung aus echter und gefakter Perkussion gesetzt wird, wirkt das Ganze etwas schmalbrüstig und eintönig und auch das folgende „Ugali” kann dank seiner monotonen House-Rhythmik nicht besonders überzeugen. Besser dagegen die Titel wie „Pobre e rico” oder „Lá Vai Maria”, die an brasilianische Favelamucke erinnert. Als Gast-MCs hat Coquenão den Südafrikaner Spoek Mathambo und den Angolaner Sacerdote gewinnen können. Spielzeit gerade mal 35 Minuten.

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