Neue Platten

Lamb - Backspace Unwind

Genre: Indie
Label: Strata (H’Art)
CD, VÖ: - 17.10.2014

Wie cool ist das denn, wenn eine Mutter ihrem Sohn einen ihrer neuen Tracks zum Remixen anbietet. Kolportiert aus dem Hause Rhodes, als Mutter Louise (am 1. November 50 geworden!) ihrem 16-jährigen Filius ein solches Angebot machte. Letztendlich wurde da zwar nichts draus, weil man sich nicht auf ein befriedigendes Endergebnis einigen konnte, aber allein schon einen Elternteil zu haben, der so lässig drauf ist, ist doch schon sehr beneidenswert.
Lamb sind also wieder in aller Munde. Das zweite Album nach ihrer Re-Union 2010 ist da. Und wie sich das für in Ehren gesetzte Musiker gehört, ist es ein dichtes und gereiftes Album geworden. Die Pole von Andy Barlow und Lou Rhodes haben sich zusehends angenähert, „Backspace Unwind” ist sehr melodisch geworden, weniger klubtauglich und nur bedingt zeitgeistig. Barlow hat seine elektronischen Spielereien zurückgenommen, trotzdem hat er noch genügend persönlichen Spielraum verteidigt, seine Skills als Klangbastler zu verdeutlichen. Rhodes hingegen ist die Gewinnerin auf dieser CD, denn sie dominiert mit ihrer Stimme weitgehend das Geschehen und klingt fesselnder den je, auf dem bluesigen „Nobody else” sogar fast wie Beth Gibbons. Aber keine Sorge: dancefloor-affines Material gibt es auch auf dieser CD: „We fall in love” oder der Titelsong finden garantiert ihren Weg in die Indie-Disse. Im Gegensatz dazu die mit Streichern versehenen Titel wie „As Satellites go by” oder „What makes us human“, die durch geheimnisvolles Ambiente glänzen. Lediglich dem Song „Seven Sails” fehlt etwas der innere Zusammenhalt. Trotzdem: „Backspace Unwind” ist große Klasse und unbedingt empfehlenswert.

www.lambofficial.com