Neue Platten

Sineterra - Fadisia

Genre: Jazz / Pop / Post Folk
Label: Agualoca Records (Indigo)
CD, VÖ: - 20.10.2014

„Fadisia” klingt zumindest südeuropäisch, vielleicht sogar italienisch. Wäre auch einigermaßen nachvollziehbar, denn Sineterra kommen aus Italien. Dennoch findet man dieses Wort in keinem Wörterbuch. Des Rätsels Lösung: „Fadisia ist ein Kunstwort, eine Erfindung von Sängerin Luisanna Serra aus Sardinien, die über die komplette Länge der CD in einer Fantasiesprache singt. Das Album wartet allerdings mit noch mehr Besonderheiten auf: Komponist und Gitarrist Mario Musetta sowie die Rhythmusabteilung der Band stammen aus der neapolitanischen Szene, Trompeter Charles Ferris kommt aus Kalifornien und der Ney-Spieler Marzouk Meijri ist Tunesier. Eine internationale Truppe also. Die Musik dieser Band ist dagegen etwas schwieriger einzuordnen, denn sie setzt sich aus allerlei Stilen zusammen. Der große Überbau gehört sicher in die Neofolk- bis Folkpop-Ecke. Sehr sanftmütig kommen viele Songs daher, schwelgen in melodiösen Harmonien und offenbaren eine intensive Gefühlswelt, die durch die exzentrische Sprachgebung der „Texte” noch beflügelt wird. An manchen Stellen jedoch gerät der jazzige Anspruch der Akteure ein wenig aus den Fugen und die Sache wird zu komplex, wenn sich die Bandmitglieder gegenseitig zu einem dramatischen Furioso aufschaukeln. Vor allem der Trompeter schiebt sich zuweilen zu sehr in den Vordergrund. Am schönsten sind jedoch die kontemplativen Momente, die teils akustischer, teils elektrisch verstärkter Natur sind und von denen gibt es einige. Insgesamt also ein durchaus hörenswertes Album.

www.sineterra.com
www.agualocarecords.com