Neue Platten

Lo’Jo - 310 Lunes

Genre: Cosmopolitan Folkrock
Label: World Village Music (Harmonia Mundi )
Doppel-CD, VÖ: - 31.10.2014

Wie lange gibt’s Lo’Jo eigentlich schon? Gute Frage. Gefühlte 20 Jahre bestimmt. Wer genauer forscht, kommt sogar auf 32. Ein lange Zeit also. Da ist viel passiert und ein Minimum von 10 Alben hat sich angesammelt. Die französische Band zwischen World-Jazz, Folk und nordafrikanischen Einflüssen wuselt seither beständig durch die Szene, vor allem in Frankreich gelten sie als anspruchsvolle Indieband. In Deutschland kommt man jetzt erst so langsam auf den Trichter. Damit man mal auch hierzulande das ganz frühe Stadium der Band erfassen kann, haben sich die Musiker der Band etwas ganz besonderes ausgedacht: Sie haben ein Doppelalbum veröffentlicht, das tiefste Vergangenheit mit aktueller Gegenwart verbindet. Einerseits hat man das erste Album der Band „The International Courabou” aus dem Jahr 1989 wieder hervorgekramt (von dem nicht einmal Wikipedia Kenntnis hat), andererseits ließen sie unter dem Titel „310 Lunes” neun Titel aus der jüngeren Vergangenheit von fünf Blechbläsern neu interpretieren. Doch der Reihe nach.
„The International Courabou” ist mit heutigen Aufnahmen kaum mehr zu vergleichen. Sehr jazzig, sehr experimentell war die Gruppe damals, aber die Stimme von Denis Péan war seinerzeit schon sehr individuell, sprich rauchig und kratzbürstig und auch der Geiger Richard Bourreau war mit von der Partie. Alle acht Stücke sind indes weit davon entfernt, anfängerhaft zu klingen, im Gegenteil, sie faszinieren durch ihre damals schon ziemlich unkonventionellen Strickmuster, die schräge Blasmusik mit psychedelischen bis funky klingenden Elementen versetzten. Also unbedingt (wieder)hörenswert.
„310 Lunes” dagegen ist eine ganz andere Baustelle. Aber keineswegs weniger interessant. Fast ein kammermusikalisches Werk, sind manche bekannte Titel in ihrem neuen Kleid nur schwer wiederzuerkennen. Klarinette, Saxophon, Trompete, Oboe, Tuba und Posaune klingen in ihrer Gesamtheit mitunter wie ein ganzes Orchester, aber auch in Duett- oder Trio-Konstellation absolut spannend und auf dem Titel „Quelqu’un d’elle” geht die Reise sogar bis mitten hinein in den Balkan. Als Gäste treten u.a. an: Trompeter Erik Truffaz und der Flötist Magic Malik.

www.lojo.org

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