Neue Platten

Absolutely Sweet Marie - Roads, Doves and Other Stuff

Genre: Jazz
Label: Tiger Moon Records
CD, VÖ: - 01.11.2014

Was will uns dieser Bandname sagen? Dass die Musiker, die ihn sich ausgeborgt haben, allem Anschein nach eingefleischte Bob Dylan-Fans sein müssen. „Absolutely Sweet Marie” wurde 1966 von dem amerikanischen Singer-/Songwriterbarden auf seinem Album »Blonde on Blonde” vorgestellt und das war ungefähr fünf Jahre vor dem Erscheinungsfest von Alexander Beierbach, dem Kopf von Absolutely Sweet Marie. Nun ist aber nicht jeder ein Bob Dylan-Fan. Infolge dessen muss man sich auch nicht unbedingt mit dem Repertoire des US-Folkies besonders gut auskennen. Das macht es natürlich etwas schwieriger, bei den elf Dylan-Songs, die Absolutely Sweet Marie hier auf ihre Art interpretieren, Déjà-Vu-Erlebnisse am laufenden Band zu verzeichnen. Das Quartett um den Stuttgarter Saxophonisten wartet allerdings mit der Besonderheit auf, weder einen Keyboarder, noch einen Bassisten zu beschäftigen. Dafür positionieren sich vor dem Drummer und neben dem Chefsaxophonisten noch ein Posaunist und ein Trompeter. Viel Blech also für eine Dylan-Hommage, die ganz ohne Textanteile auskommen muss. Und so versteigen sich die vier Musiker in das breite Feld der Improvisation, was mitunter so weit führen kann, in schierer Kakophonie zu enden. Wenn von den Dylansongs überhaupt noch etwas übrig bleibt, dann sind das nur spärliche Fragmente. Der Rest ist Modern Jazz im kollektiven Freistilrausch und in den seltensten Fällen angenehm zu hören. Insofern ist man dann auch ziemlich schnell durch mit Straßen, Tauben und dem anderen Krempel.

www.alexanderbeierbach.de/asm