Neue Platten

James Farm - City Folk

Genre: Jazz
Label: Nonesuch Records (Warner)
CD; VÖ: - 07.11.2014

Die vier Farmbetreiber (Saxer Joshua Redman, Pianist Aaron Parks, Drummer Eric Harland und Bassist Matt Penman) stocken auf. Konnten sie sich bei ihrem Debutalbum noch nicht so recht für einen Albumtitel entscheiden, so hat sich das Quartett nun auf „City Folk“ geeinigt, auf städtisches Landleben also.
Aber wie so oft, wird auch hier gerne wieder mit linguistischen Methaphern gearbeitet, die nur das umschreiben sollen, was sich eigentlich gar nicht in Worte fassen lässt. Denn: Was genau soll „City Folk“ sein? Was kann man sich darunter vorstellen? Und wie soll man Aussagen zum Album wie „Wir lassen uns den Weg von den Songs selbst zeigen“ oder „Wir schreiben Songs, die Geschichten erzählen“ verstehen? Es sind die hilflosen Versuche von Musikern, etwas Substanzielles und vermeintlich Philosophisches in Instrumentalmusik hineinzuinterpretieren, was niemand, außer ihnen selbst, erkennen oder nachvollziehen kann. Für den Käufer ist letztendlich nur entscheidend, dass die Sache rund läuft, sprich, man ein zufriedenstellendes Hörerlebnis hat. Und damit können die vier Musiker hier sehr wohl aufwarten. Redman und Kollegen sind glänzend aufgelegt, sie agieren frisch und symbiotisch zwischen Jazz und Rock, die Arrangements sind auf den Punkt gebracht, die Soli kreativ und die rhythmische Trickkiste ist sperrangelweit geöffnet. Mit anderen Worten: es handelt sich hier um perfekt angerockten Jazz mit lyrischen Zwischentönen. Und da ist es dann unerheblich, ob es sich nun um City Folk oder Hohlraumdübel handelt, oder welche Geschichte hinter welchem Song steht.

www.jamesfarmmusic.com
www.joshuaredman.com

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