Neue Platten

i.n.a. - Novemberland

Genre: PopJazz
Label: Hey!Jazz
CD, VÖ: - 14.11.2014

Also eines muss man Ina Hagenau ja schon lassen: sie hat eine Stimme, die einen aus dem Stand weg gefangen nimmt. Keine brunftige Röhre, die einem die Nacken­haare aufstellt und auch kein Lolita-Organ, bei dem man schon beim Zuhören Angst haben muss, als Pädophiler eingeordnet zu werden. Die ausgebildete Sängerin aus dem NRW-Hinterland zwischen Köln und Aachen kann sich glücklich schätzen, auf einer Stufe mit Beady Belle und Rebekka Bakken zu stehen. Und darüber ist ihre Band natürlich sehr glücklich. Die drei Herren haben ihr folgerichtig Songs auf die Zunge geschneidert, die zwar grundsätzlich im lyrischen Jazz verankert, trotzdem aber ziemlich stark pop-affin sind. Diesen Umstand in metaphorische Worte zu fassen, will dem Ensemble allerdings weniger glücken. Da ist die Rede von einer Welt, in der sie leben wollen, wo man mit den Vögeln in den Bäumen singt, wo man tief durchatmet und seine Gedanken wandern lassen kann. Oha!
Wir orientieren uns da lieber an den konkreten Anhaltspunkten, die die zehn Songs der CD „Novemberland” liefern. Piano/Rhodes, Bass, Drums und etwas Elektronik sowie ein hinzugezogenes Saxophon bzw. eine Bassklarinette bilden das solide Fundament, auf dem sich Ina Hagenau komfortabel bewegen kann. Zartfühlend bis zartbitter sind die sehr flüssigen und warmen Arrangements, man merkt sofort, hier sind routinierte und verständnisvoll agierende Musiker mit hoher Eigen­kreativität am Werk. Vorwiegend Balladiges wird geboten, aber die Tür für kitschigen Wühltisch­sound bleibt trotzdem fest verrammelt. „Novemberland” ist also wie geschaffen, es sich bei ansonsten ungemütlichen Temperaturen schön kuschelig zu machen.

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