Neue Platten

Cécile Verny Quartet - Memory Lane

Genre: Soul/Jazz
Label: Jazzhaus Records (in-akustik)
CD + DVD, VÖ: - 14.11.2014

Schon das Cover macht unmissverständlich klar, um wen oder was es hier geht. Kein störender Buchstabe, kein verkünsteltes Artwork, nur ein prägnantes Gesicht mit einem durchdringenden Blick. Dieses Gesicht gehört Cécile Verny, afrikanische Sängerin von der Elfenbeinküste, seit langem schon verwurzelt im süddeutschen Raum und eng verbunden mit vokalem Jazz. Seit 25 Jahren gibt es nun schon das Cécile Verny Quartet, Zeit für eine Jubiläums­rückschau, daher auch der Albumname „Memeory Lane”.
Genauso prägnant wie das Cover ist dann auch die Musik dieses Vierers. Souljazz straight away, kompromisslos, knackig und robust. Cécile Verny und ihre Mannen scheinen nicht viel übrig zu haben für flockigen Barjazz oder mildes Lounge-Ambiente. Hier geht es um vokale Akribie, raumgreifende Ausdruckskraft, rhythmische Rafinesse, instrumentelle Dynamik und um mutiges Recycling von älterem Material. Die Atmosphäre ganz so, als wäre man tief im Herzen von Amiland, mitten drin im Fahrwasser von Sarah Vaughan oder Dinah Washington. Trotzdem hat sich Cécile Verny im Laufe der vergangenen Jahre eine eigene Diktion erarbeitet, die sie unverwechselbar macht. Keine Frage, diese Frau rockt. Selbst dann, wenn Blues ansteht oder eine weiche Ballade nach französischer Sprache verlangt.
Was ihr Begleittrio anbelangt, trifft man dort ebenfalls nur auf Spieler der obersten nationalen Liga. Bernd Heitzler am Bass, ein ausgewiesener Spezialist an E- und Kontrabass, Andreas Erchinger, Keyboards, amtlicher Hochschul-Piano-Beauftragter und Lars Binder, studierter Allround-Trommler.
Alle Songs wurden live im Jazzhaus Freiburg eingespielt und zusätzlich auf DVD festgehalten, dort findet man sogar noch drei Tracks mehr als auf der CD. Leider lag uns die DVD nicht vor, folglich lässt sich über die optische Parallele keine Aussage treffen. Aber es ist stark anzunehmen, dass dort ebenfalls die Bude gebrannt hat.

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