Neue Platten

Pia Fridhill Quartet - Four

Genre: Popjazz
Label: ZeitART Records (New Music Distr.)
CD, VÖ: - 13.11.2014

Da ist mal wieder der kreative Wortschöpfungs-Schimmel im Vollgalopp vorbeigeprescht. Angeblich haben wir es hier mit „Elch-Pop” zu tun - ein weiterer, wenngleich auch etwas unglücklicher Versuch, verjazzter Populärmusik einen zündenden Namen zu geben. Wir erinnern da nur an den sagenumwobenen, automobilen Elchtest.
Es ist das Pia Fridhill Quartet aus NRW, das auf diese glorreiche Klassifizierung gekommen ist. Dabei spielt die Gruppe auf die Tatsache an, dass ihre Sängerin Pia Fridhill schwedischer Geburt ist und man angeblich im Repertoire der Band nordisches Wurzelwerk ausmachen kann. Das allerdings war sehr viel einfacher in Fridhills Album von 2012 mit dem Titel My Swedish Songbook zu bewerkstelligen.
Im Album „Four” dagegen geht es weit weniger folkloristisch zu, dafür wurde dem Pop-Jazz Marke „Hat man irgendwie schon mal gehört” ordentlich Platz eingeräumt. Will sagen: das Album beinhaltet zehn Songs, die zwar ganz ordentlich laufen, aber komplett ohne Überraschungsmomente auskommen und nur wenig Durchschlagskraft besitzen. Und in Sachen „nordic roots” kann man allenfalls Anklänge an den rauhen Norden der britischen Inselgruppe ausmachen. Aber da gibt es ja bekanntermaßen keine Elche, höchstens ein paar Zottelrinder. Großer Pluspunkt des Albums ist die wirklich gute und ausgereifte Stimme von Pia Fridhill. So gesehen war es sicher eine gute Entscheidung, die Manager-Karriere zugunsten einer Musiker-Karriere aufzugeben. Wenn jetzt die Songs noch ein wenig pfiffiger und origineller aufgebaut wären, wäre das sicher ein richtig gutes Album. Das Potenzial jedenfalls ist vorhanden.

www.piafridhill.com