Neue Platten

Future Folk - (V. A.)

Genre: Indie
Label:Stereo Deluxe (Edel)
CD, VÖ - 24.02.2006

Erstaunlich, welche Wort-Kreationen auftauchen, wenn es darum geht, ein neues Genre in die Welt zusetzen. Spätestens seit den immensen Popularitätszuwächsen von Acts wie CocoRosie oder der Devendra Banhart Blase wird klar, daß sich hier wieder mal neue Türchen und Fensterchen aufgetan haben, die neue Ausblicke im Pop-Business gestatten. Solch einem Kind muß natürlich ein Name gegeben werden und da ist der Begriff Future Folk gar nicht so weit hergeholt, beinhaltet er doch die ehemals rein akustische Folkecke, als auch deren modernen Ableger, der mit dezenter Elektronik herumjongliert, seltsam anmutende Kreativeruptionen aus der Freakecke mit inbegriffen.
Was nun bei Stereo Deluxe als Future Folk veröffetlicht wird, ist ein internationaler Querschnitt durch dieses manchmal recht versponnene, aber immer als liebenswürdig zu bezeichnende Musikalienspektrum. Erstaunlich auch, daß ausgerechnet dieses Label das Zuhause eines solchen nicht gerade homogenen Samplers ist, war doch Stereo Deluxe bisher bekannt als zuverlässiger Lieferant von clubbiger Loungemusik, die solch renommierte Acts wie Mo’Horizons oder … unter ihren Fittichen hat(te). Vielleicht liegts ja auch an dem neuen Chef Stefan Strüver, der eine Schublade Elektro-Alternative von !K7 mit umgezogen hat. Sei’s drum, diese CD ist ein Volltreffer, wenngleich nicht unbedingt ein leicht verdaulicher. Denn für Interpreten wie Caribou, Psapp oder das Animal Collective bedeutet Future Folk eben auch das Miteinbeziehen von 70erJahre Anleihen wie Blockflöten, Quietsche-Entchen oder Hippie-Samples. Andererseits ist die cremige Vollelektronik eines Ryuichi Sakamoto, das digitale Spaceszenario eines Khonnor, die elegische Entrücktheit einer Ana Da Silva oder der zarte Schmelz einer Hanne Hukkelberg eindeutig zukunftsorientiert. Es gibt jedenfalls auf diesem Sampler eine Unmenge unkonventioneller Ansätze aufzustöbern, die allesamt das Prädikat „entzückend“ aufweisen. Mal was ganz anderes eben.

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