Neue Platten

Strikkly Vikkly - Vol. 1

Genre: Dub
Label: Brainlab Groove
LP + Download - 17.12.2014

Vikkly ist natürlich wieder mal nichts anderes als ein Pseudonym. Dahinter steht ein gewisser Victor Rice, ein Dub und Reggae-Spezialist aus den USA, den es inzwischen nach São Paulo verschlagen hat. Schon 1988 war er als Bassmann für eine Reggae­band zugange, heute betreibt er sein Studio Copan, wo er unermütlich Beats bastelt. Unter anderem auch diese Scheibe hier, der er weitsichtig den Titel Volume 1 verpasst hat. Da scheint also noch was in der Hinterhand zu schlummern. Darauf geht es - natürlich - um Dub in allen möglichen Schattierungen. Instrumentale Nummern, Tracks mit Gesang oder mit viel Blech im Hintergrund. Mitgewirkt haben jede Menge Gefolgsleute aus allen Ecken der Welt, darunter so renommierte Namen wie der Produzent King Cobrizo aus Buenos Aires oder der Saxophonist Cedric Brooks aus Jamaica, der aber schon 2013 in die ewigen Jagdgründe der Rastafaris entschwunden ist. „Strikkly Vikkly Vol. 1” besteht aus 14 ziemlich coolen Tracks, die allerdings immer den Eindruck des Unfertigen, des Fragmentarischen hinterlassen. Viele Nummern sind ausgeblendet oder enden unerwartet. Das stört etwas. Die Riddims selbst sind ziemlich locker gestrickt, abwechslungsreich arrangiert und reichen von dunklen Echo-Beats und stampfenden Grooves bis zu strammen Uptempo-Steppern. Man weiß ja nie, wer wie mit wem bekannt ist, aber zumindest eine enge Bruderschaft zu einem Bill Laswell ist hier nicht von der Hand zu weisen und mag gerne als wohlwollende Referenz angesehen werden. Viele der Tracks von Vikkly dienen als Vorlage für andere befreundete Künstler, ein weiteres Indiz für seine Fähigkeiten. Wenn man sich also am Rohbau-Charakter der Songs nicht weiter stört, ist einer weitergehenden Beschäftigung mit diesem Material nur zuzuraten.

www.strikklyvikkly.com
www.totalrunningtime.com/index.php/artists/victor-rice